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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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Thronfolge zu wachen, tm Kopfe hatte, mich eine- TageS betSeite und sagte:Hören Sie mich an, ich muß ganz aufrichtigmit Ihnen reden. Sie werden sehen, wie groß meine Vaterlands»liebe ist, und wie ernst ich es meine. Ich zweifle nicht, daßSie auf jemanden mit Vorliebe Hinblicken. Ich lasse Ihnen dieWahl zwischen Sergius Saltykow und Leon Narischkin*); irreich nicht, so ist es der letztere." Hierauf rief ich:Nein, nein,gewiß nicht!" Sie erwiderte:Nun gut, wenn er es nicht ist,so ist es unzweifelhaft der Andere." Ich spielte die Einfältigein einem Grade, daß sie mich wiederholt schalt, sowohl in derStadt, als auf dem Lande, wohin wir uns nach Osternbegaben ... Im Laufe des Monats Mai (1753) stellten sichwieder Anzeichen von Schwangerschaft bei mir ein. ... AmTage nach Peter und Paul fand eine unzeitige Geburt statt,ich mochte zwei oder drei Monate guter Hoffnung gewesmsein. ... Im Februar (1754) hatte ich (zum dritten Mal)Anzeichen von Schwangerschaft. . . . Wir sollten von Moskaanach Petersburg übersiedeln. Ich hegte die größte Besorgniß,man würde Sergius Saltykow und Leon Narischkin in Moskauzurücklassen; allein man hatte, ich weiß nicht aus welchemGrunde, die Gnade, sie mit auf die Liste unseres Gefolges zusetzen. . .. Meine Melancholie (im Sommer 1754) hatte einenso hohen Grad erreicht, daß ich bei der geringsten Veranlassungimmer Thränen im Auge hatte. Tausend Befürchtungen er-füllten meine Seele; kurz, ich konnte mich nicht von dem Ge-danken befreien, daß alles auf die Entfernung Sergius Saltykow'sabziele. . . . Mein Kummer folgte mir überall nach. ... Eswar mir eine schmerzliche Ueberraschung, als ich erfuhr, daßman für meine Niederkunft Zimmer einrichtete, welche an dieder Kaiserin stießen und zu ihren Gemächern gehörten. . . .Am 20. September wurde ich endlich von einem Sohne entbunden.Der Großfürst trank mit seinen Genossen, die Kaiserin war mitdem Kinde beschäftigt. Um mich kümmerte man sich nicht, ich

Ein intimer Freun* und Vertrauter drr beiden Liebend««.

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