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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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26
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bet Zaren zücken wollte.Mit einer in Raserei übergehendenBegeisterung", erzählt Helbig von diesem Passet,warf er sichder Prinzessin zu Füßen und bat sie um die einzige Erlaubniß,den Kaiser an der Spitze der Garden und im Angesicht desVolkes ermorden zu dürfen.

Katharina wähnte jedoch den rechten Augenblick zu der^har noch nicht gekommen, sie wollte erst noch einfreudigesEreigniß" abwarten, zu dem ihr Gregor Orlow verholsen hatte.Im vierten Monat der Regierung Peters (April 1762) trat diesesEreigniß ein, sie brachte zu dem kleinen Saltykow und der kleinenPoniatowska einen kleinen Orlow zur Welt, den ihr vielleicht,falls sie vor seiner Geburt mit der Beseitigung Peters vorge-gangen wäre, die getreuen Unterthanen ein wenig übel genommenhätten. Sie wollteschlank und schön, jeden Zoll eine Herr-schergestalt", vor ihrem Volke erscheinen. In raffinirtester Weis«war es ihr gelungen alle Welt über ihren Zustand zu täuschen.

Während sie durch ihre Spießgesellen das Gerücht ver-breitn ließ, sie werde von Peter förmlich gefangen gehaltenund solle auf seinen Befehl in ein Kloster gesteckt werden, saßsie ganz ruhig und ungestört in ihren Gemächern, zu denenjedermann freien Zutritt hatte, und kurirte sich an einem vor-geblichenFußübel", das endlich mit der Geburt Klein-Orlowsbeseitigt wurde. Diese Geburt ging in höchst belustigender Weisevor sich. Für den Zaren Peter sollte dieselbe nämlich anonymbleiben, wie man auch glaubte, daß er von dem Zustande seinerGemahlin nichts wisse. Um ihn in der Nacht, da die EntbindungKatharinas bevorstand, aus dem Palaste zu entfernen, zündeteder Verabredung gemäß Katharinas Kammerdiener Schkurineine ihm gehörende, in einer entfernten Vorstadt gelegene Holz-baracke an, weil man nämlich wußte, daß Peter sich keine Feuers-brunst in Petersburg entgehen ließ. Während nun der Zar sichan dem Schauspiel des brennenden Hauses ergötzte, ward OrlowsSöhnlein geboren und sogleich von demselben Schkurin in eineeigens zu dem Zweck gemiethete Wohnung gebracht, wo es unterEchkurins Obhut aufwuchs, um späterhin noch eine seines