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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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31
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de« letzten Sprößling des Hauses Romanow den Äarau-machte.

Ter CabinetScourier, welcher der Scene zusah, ohne sich a>tderselben zu betheiligen, versicherte später, nie ein so entsetzlichesGeschrei gehört zu haben, wie dieses schauerliche TodesgcschrciPeters III. Zwei gemeine Gardesoldaten, die bei der schauerlichenThat zugegen gewesen waren, und deren Schwatzhaftigkeit manfürchtete, wurden, nachdem man sie zum Schein mit dem Offiziers«rang und einer Geldsumme belohnt hatte, in das Innere Ruß-lands verschleppt und daselbst umgebracht. Bezüglich EngelhardtSsagt Helbig:Bis jetzt ist die Theilnahme Engelhards an derErmordung Peters ÜI. ziemlich unbekannt gewesen. Gleichwohlist diese Nachricht so zuverlässig, daß sie nicht bestritten werdenkann. Seine übrigen Gehilfen sind alle genannt. Nur Er wurdeverschwiegen, da doch sein Verbrechen allerdings berechtigte, seinenNamen der Vergessenheit zu entreißen/

Was Katharina selbst anlangt, so zweifelte damals, unmittel-bar nach der schändlichen Mordthat, kein Mensch daran, daß dieUnthat mit ihrem Wissen und ihrer Einwilligung vollbracht wordensei. Der französische Diplomat Breteuil depeschirte nach PetersErdrosselung an seine Regierung:Welch' ein Schauspiel fürdas Volk, sobald es mit kaltem Blute urtheilt! Auf einer Seiteder Enkel Peters I. vom Throne gestoßen und umgebracht; aufder anderen der Enkel des Zaren Iwan*) in Fesseln schmachtend,während eine Prinzessin von Anhalt sich der Krone der Vor-fahren Peters und Iwans bemächtigt und sich durch einenKönigsmord den Weg zum Throne bahnt!"

In einem Manifest vom 7. Juli 1762 machte die neu-gebackene Selbstherrscherin bekannt, daßder ehemalige KaiserPeter III. an einer schweren und plötzlichen Erkrankung, aneinem Uebel, welches ihn auch früher schon oft heimgesucht habe,gestorben sei." In einem Briefe an ihren ehemaligen Galan

*) Zar Iwan Antonowitsch, der von Elisabeth entthront wordenwar und zu jeder Zeit in der Festung Schlüsselburg als Gefangenerschmachtete.