Staatskassen in seine Taschen floß, zählte nach vielen Millionen.Seine Macht war ganz und gar die eines Souveräns, und der„freisinnige" Kaiser Joseph von Oesterreich schätzte es sich zurganz besonderen Ehre, daß der ehemalige Verschwörer, der seineHand gegen den Thron erhoben hatte, sich von ihm zum „deut.scheu Reichsfürsten" ernennen ließ.
Einen „feinen Schnitt" machten natürtich auch die Bruder.Vettern und sonstigen Sippenangehörigen Orlows. AlererOrlow wurde Graf, General-Lieutenant, General-Adjutant derKaiserin. Ritter sämmtlicher hohen Orden und im türkischenKriege 1772 General - Admiral der ganzen russischen Flotte.Natürlich verstand er vom Seewesen so viel wie der Esel vomLautenspiel, wie er denn auch in dem genannten Feldzug unge»zählte Millionen verpulverte, ohne auch nur den geringsten Post»tiven Erfolg auszuweisen. Wie viel allein dieser Meuchelmörder,der wie sein Bruder als verlumpter und verschuldeter Lieutenantan den Staatsstreich herangegangen war, im Laufe der Jahreverschluckt hat, geht zur Genüge aus der Thatsache hervor, daßer bei seinem Tode, trotz seiner ungeheuren Verschwendungssucht,immer noch fünf Millionen Rubel baares Geld und zweiund«dreißig Tausend Leibeigene hinterließ.
Iwan Orlow, der Aelteste in dieser „feinen Familie",war so bescheiden, sich mit der Grafcnkrone, einer Anzahl voneinträglichen Gütern und einer jährlichen Pension von zwanzig»tausend Rubeln zu begnügen. Ein vierter Bruder, FeodorOrlow, war zur Zeit der Ermordung Peters noch Cadet^„Ohne etwas Vorzügliches gethan zu haben," sagt Helbig, „genoßer doch die glücklichen Folgen der Bemühungen der drei älterenOrlows für den Dienst der Kaiserin." Er brachte es sehr schnellzum General er» ollsk, wirklichen Kammerherrn, Ritter der ver»schiedensten Orden und Besitzer ungezählter Bauern. Wladimir,der jüngste der fünf Brüder, wurde auf Kosten der Kaiserinwie ein Prinz erzogen, hielt sich drei Jahre „Studiums halber"in Leipzig auf und wurde bei seiner Rückkehr zum — Direktorder Akademie der Wissenschaften ernannt. Sein jährliches Ein»kommen belief sich auf einhundert und dreißig Tausend Rubel,wobei Helbig ausdrücklich bemerkt, daß er „nicht so viel Gelegen»heit hatte. Reichthümer zu erwerben, wie seine Brüder". Auchdie sonstige Vetterschaft der Orlows wurde reichlich bedacht, so