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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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49
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Adjutanten der Monarchin ernannt und bezog die Favoriten»Dünner, die Sawadowski soeben verlasien hatte.

Nur elf Monate lang blieb Soritsch auf seinem Postendoch wußte er diese Zeit gründlich auszunutzen. Gegen eineMillion Rubel erhielt er in baarem Gelde, dazu reiche Br»sttzungen in Lievland und Polen und einen Schatz von Brillanten,der über 200,000 Rubel werth war. Er war beschränkt undeitel und glaubte, auf die Gunst Katharinas bauend, mit seinemGönner Potemkin anbinden zu können. Das führte Knall undFall zu seinem Sturz: er ward auf seine polnischen Güter ver«oannt, wo er so ausschweifend und verschwenderisch lebte, daßer binnen wenigen Jahren seine zusammengesparten Schätzedurchgebracht hatte.

Korssakow. Potemkin war rasch bei der Hand, um diedurch die unfreiwillige Abdankung des serbischen BagnosträflingSvakant gewordene Stelle durch einegeeignete Kraft" zu besetzen.Er präsentirte Katharina drei Bewerber: einen Lievländer Berg«mann, einen gewissen Ronzow. Barstard eines Grafen Woronzowund den Kürassier-Kapitän Korssakow. Der letztere war derhübscheste von allen, außerdem stand er in dem Rufe, daß ernoch niemals mit einer Frau zu thun gehabt hatte. Eine solcheSpezialität hatte sich Katharina schon lange gewünscht, und sofiel denn ihre Wahl auf Korssakow, der rasch zum Generalmajor, wirklichen Kammerherrn u. s. w. befördert wurde.

Absichtlich hatte Potemkin einen ganz beschränkten Menschen,der ihm nicht gefährlich werden könnte, zum Geliebten derKaiserin gewählt. Als Korssakow das Palais Wassiltschikow,das ihm die Kaiserin angewiesen hatte, bezog, bestellte er sichbei einem Buchhändler eine Bibliothekganz so, wie sie dieKaiserin hatte.' Auf die Frage nach den Titeln der Werke er«widerte er, die Titel müsse der Buchhändler besser kennen, alser, er könne nur soviel sagen, daß unten große und oben kleineBände stehen sollen. <

Die Unschuld und Sittenreinheit dieses Patrons stellte sichübrigens sehr bald als eine recht problematische heraus: erknüpfte mit den verschiedensten Damen des Hofes Beziehungenan und wurde von Katharina in ihrem eigenen Schlafzimmerauf frischer That ertappt, als er sie eben mit der Gräfin Brucehinterging. Aber nicht genug dar« man entdeckte auch, daß