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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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53
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seiner Brillanten belief sich auf viele Hunderttausende. Wahr»lich, ein kostspieliges Ding für ein Volk, diese Liebschaften einerHerrscherin!

Die Subotvs. An den. Tage. da Mamonow widerseinen Willen verlobt und zugleich entlassen wurde, hatte derGardeoffizier PlatonSubowdie Wache im Palaste. Potemkinwar vom Hofe abwesend, und so benutzten seine Gegner diegünstige Gelegenheit, um eine ihrer Kreaturen an MamonowsStelle zu setzen. Sie lenkten die Aufmerksamkeit der Kaiserinauf den Offizier von der Wache. Es war ein kleiner, schwäch»lich scheinender, unansehnlicher Mensch von zweiundzwanzigJahren, der nicht eben allzu geistreich war und noch dazu denNamen des Philosophen Plato führte, was den Witzboldendes Hofes Gelegenheit zu der bissigen Bemerkung gab, Katharinasei in ihren alten Tagen auf dieplatonische Liebe" verfallen.

Allein die Spötter verstummten bald; der kleine SchurkePlato wurde während der letzten stehen Regierunasjahre Ka-tharinas der eigentliche Lenker der Geschicke Rußlands. Erwar es, der mit Hilfe seiner Brüder und Helfershelfer diezweite Theilung des unglücklichen Polens ins Werk setzte unddie widerrechtliche Besitznahme Kurlands durch die russischenTruppen veranlaßte. Er wurde allmächtig, wie einstmals kaumdie Orlows und Potemkin es gewesen, und alles zitterte vordiesem grausamen und rachsüchtigen Despoten, dessen angeborenerNiederträchtigkeit die kindisch gewordene Greisin Katharina keinenWiderstand mehr entgegenzusetzen wagte.

In seinen speziellen Günstlingsfunctionen wurde PlatonSubow durch seinen jüngeren Bruder Valerian und seinen FreundPeter Saltykow unterstützt. Die widerlichsten Orgien waren es,welche die alte, zahnlose, unförmlich dick gewordene, an Salzflußleidende Buhlerin mit den drei jungen Burschen und einem kleinenKreis von vornehmen Dirnen beging. Sie hatte einen besonderenZirkel gebildet, die sogenanntekleine Gesellschaft", auf derenProgramm der Cultus der schändlichsten Laster stand.

Zu guterletzt ergab sich, wie Masson erzählt, das völlig inLüsternheit und moralischen Unflat aufgehende Scheusal den ekel-haften Verirrungen derlesbischen Liebe", wobei ihre Kammer-frau Protassow und eine polnische Gräfin Branicka ihre Ge.nossinnen und die SubowS Zuschauer und Zeuge» waren. Die-