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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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54
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selben Subows entblödeten sich nicht, ihre eigenen Enkeln zuGesellschaftern zu geben, und nichts machte dieser sittenlosen Altenein so großes Vergnügen, als wenn die jugendlichen Großfürstenim Verein mit den ebenso jugendlichen Günstlingen der Groß-mutter, sich über den düstren Sonderling Paul, ihren Vater, lustigmachten und ihn nachäfften.

Nicht weniger als sieben Jahr? wußten sich die Subows inder Gunst Katharinas zu halten, nur der Tod sollte derselbenein Ende machen. Am 6. November 1796, früh am Morgen,hatte Platon zum letzten Male bei ihr Dienst. Als man siedann einige Zeit nicht zu Gesichte bekam und in ihren Gemächernnachsah, fand man sie leblos am Boden liegen ein Schlag-anfall hatte sie getroffen, als sie eben auf dem Nachtstuhl saß.Sir lebte noch 37 Stunden, gewann jedoch die Sprache nichtwieder und gab mit furchtbarem Aufschrei ihr Leben auf.

Die Zarin war todt es folgt der Zar . . .

Hätte jedoch Katharina noch einmal die Sprache erlangt,dann wäre ohne Zweifel nicht ihr Sohn Paul, sondern sogleichihr Enkel Alexander zu ihrem Nachfolger ernant worden. Siehaßte den simplen schlichten Paul, der in jeder Hinsicht das geradeGegentheil von ihr war, wie die Pest. Die Brüder Subow,welche unter Paul in Ungnade fielen, vollzogen fünf Jahrespäter das Vermächtniß der liebevollen Mutter, indem sie Paulmit eigener Faust ermordeten und Alexander I., den nachmaligenRetter Europas" vor dem corsischen Emporkömmling Napoleon,auf den bluttriefenden Thron der Ruriks und Romanows setzten.

Ungeheure, nach vielen, vielen Millionen zählende Reich-thümer haben die Brüder Subow in den wenigen Jahren ihrerMachthaberschaft zusammengestohleu. Alle nur erdenklichenWürden häuften sich auf den Köpfen dieser trotz ihrer jugend-lichen Unreife doch so raffinirien Bösewichte zusammen. DasEmpörendste aber ist die Thatsache, daß der deutsche Kaiserder Trottel Franz II., sich nicht entblödete, diese blutigen Erz-hallunken in den deutschen Reichsfürstenstand zu erheben. Dieseskandalöse Standeserhöhung war eine der letzten Großthaten desheiligen römischen Reiches deutscher Nation." Sie ist zugleichei» Beweis dafür, daß der die Völker ausbeutende Absolutismuszu allen Zeiten und in allen Landen solidarisch war und keineUnterschiede der Nationalität wie auch keine Volksehre kannte.