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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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Ikdmnt und um sich greift, bis er endlich zur hellen Flaumsklar und herrlich emporlodert . . .

Als dieBlüthezeit" des sächsischen Alleiuhcrrschv'rthumshaben wir die Regierung desKurfllrsten Friedrich Augustl.(16941733) zu betrachten, der auch als August II. oderder Starke, König von Polen, in der Geschichte figurirt.Die groteske Gestalt dieses Operettenhelden verkörpert in sichden ganzen hohlen Größenwahn, in welchem sich vor zwei-hundert Jahren, nach dem schändlichen Beispiel Ludwigs XIV.von Frankreich, der europäische Absolutismus blähte.DerStaat das bin ich" dieses freche Wort desFranzosenkönigs ist bezeichnend nicht nur für die französisch«,Zustände jener Tage, sondern überhaupt für das gesammteBinnenleben der damaligen europäischen Staatsgebilde Inder Mitte das eine,von Gottes Gnaden" berufene, von könig-lichem Prunk und Glanz umgebene Individuum, die Central-sonne, um welche sich die Höflinge und sonstigen begünstigtenKreaturen gleich schimmernden Planeten und Trabanten drehen,und tief drunten die unglücklichen, geknechteten, in materiellemElend und geistiger Finsterniß schmachtenden Böller, auf derenbreitem Buckel der übermüthige Schwärm der Bolksfeinde seinenHexentanz aufführt.

Das ganze Staatsleben wird auf diesen Einen,vomHimmel Gekrönten, durch die Vorsehung Auserwählten" be-zogen, und die Vermehrung des Glanzes, der diesen Einenumgiebt, ist der einzige Endzweck aller Politik. Höfische Prachtund strahlenderWaffenruhm" gelten als unerläßliche Zu«thaten dieses barbarischen, völkermordeuden Systems. So sehenWir den» all diese »glänzenden Sonnen" sich beständig in den