mag nichts die ganze Erbärmlichkeit und Kläglichkeit zu der-hüllen, mit welcher sich das absolutistische System in seinendeutschen Vertretern offenbart. Hier haben wir es nicht miteinem einzigen gewaltigen Despoten von der Art Ludwigsdes Vierzehnten zu thun, sondern mit einem ganzen Heer vonkleinen und kleinsten Zwerg-Despötchen, die jeder für sich imRausche ihrer Selbstherrlichkeit schwelgen und es ihren „großen"Brudern außerhalb Deutschlands gleichzuthun suchen.
Das „heilige römische Reich deutscher Nation", das zuallen Zeiten nur einen höchst notdürftigen Zusammenhalt desdeutschen Volksthums gebildet hatte, war seit dem dreißig-jährigen Kriege vollends zu einem lächerlichen Popanz herab-gesunken, mit dem die Beherrscher der einzelnen Reichsgebiete,die Landesfürsten, ihren Spott trieben. Jeder dieser welt-lichen und geistlichen Kurfürsten, dieser nach Hunderten zählen-den Herzöge, Fürsten, Landgrafen, Markgrafen, Burggrafenund Grafen, dieser Freiherren, Reichsritter, Stiftspröbste undsonstigen Reichsunmittelbaren dachte nur daran, wie er inseinem Erbrevier die Ausplünderung der „getreuen Unterthanen-schaft" am besten besorgen und durch List, Gewalt, Giftmord,Erbschleicherei und sonstige schmutzige Mittel das FleckchenErde, auf dem er sein menschenbeglückendes Handwerk betrieb,vergrößern könnte.
Man kann sich vorstellen, wie es den armen Unterthanen,den Bürgern und Bauern, unter der segensreichen Regierungall' dieser „geliebten Landesväter" zu Muthe war, wie sie dar-nach lechzten, ihr Gut und Blut für das Wohl und Wehederselben zum Opfer zu bringen, wie sie sich sonnten in dem selbst-herrlichen Glänze, der von diesen gekrönten Häuptern aus