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sie zurückstrahlte. Sie machten aber auch alle Anstrengung,diese hochmögenden Herren, um ihre Lichtlein vor den andernstrahlen zu lassen: sobald sie nur ein ganz klein wenig überdie Schultern der andern emporragten, glaubten sie sogleich,den deutschen Louis Quatorze*) in sich zu entdecken, ver-mehrten die Anzahl ihrer Maitressen, Hofschranzen und Generalebis in die Puppen, „rs^rn^ten" ihre Hofhaltung nach fran-zösischem Muster, führten Kriege mit Türken, Schweden undFranzosen und bedeckten sich gewöhnlich mit Schmach undSchande, was sie natürlich nicht hinderte, Siegesmedaillen aufihre „Großthaten" prägen und den Unterthanen durch bezahlteSchufte ihr Eigenlob vorsingen zu lassen. Die Seifenblaseplatzte dann gewöhnlich, sobald das arme, geduldige Volk bisauf die Knochen ausgesogen war und erst wieder einer längerenPeriode der Erholung bedurfte, um alsdann einer neuen Durch-laucht oder Magnifizenz das nöthige Kleingeld zu neuen, derAhnen würdigen „Großthaten" zu liefern.
Einer solchen Seifenblase gleicht die Regierung des Mannes,dessen „Ruhmesthaten" uns auf den nachfolgenden Seiten be-schäftigen werden. Kein zweiter deutscher Fürstenhof hat in derNachäfferei des hohlen französischen Prunkes, welcher die EpocheLudwigs des Vierzehnten kennzeichnet, so viel geleistet, wie derHof August's des Starken. In keiner zweiten deutschenResidenz jener Tage hat die Unsittlichkeit in offiziellem undhalboffiziellem Gewände so schamlos ihre Orgien gefeiert, wiein der Residenz dieses charakterlosen Goliaths mit dem schwachenHerzen. Kein Heerführer jener Zeit hat sich und seine Truvven
*) Ludwig XIV.