Meißen entwickelt, die unter Kaiser Otto I. zum Schutze b»rdeutschen Interessen gegen die mit Schwcrtesgewalt unter-worfenen Sorben (im Jahre 965) errichtet worden warSlawische Eingeborene und deutsche Einwanderer der ver-schiedensten Stämme bildeten die Grundbevölkerung der neu-errichteten Mark, die im Jahre 1123 an den Grafen ConradÄon Wettin kam.
Die Wettiner wußten ihr neues Besitzthum allmälig zuvergrößern, so erwarben sie im Laufe der Jahrhunderte dieLausitz, daS Land Thüringen und schließlich, im Jahre1425, das mit der Kurwürde verbundene Herzogthum Sachsen -Wittcnberg. Die Markgrafen von Meißen gehörten vonnun an zu den sieben auserwählten deutschen Fürsten, welchedas Recht hatten, den deutschen Kaiser zu „küren". Sienannten sich fortab „Kurfürsten von Sachsen", wobei sieden Namen „Sachsen" auf ihr gesummtes Besitzihmn über-trugen.
Durch verschiedene Erbtheilungen wurde der Einfluß desemporstrebenden Vasallenstaates immer wieder geschwächt. Einpaar Dutzend Seitenlinien des wcttinischen Stammhauses ent-wickelten sich und legten den Grund zu jener Zerstückelungdes mittleren Deutschland, die bis auf den heutigen Tag dieVölkerschaften eines Blutes zerspaltet, ja bisweilen sogar —wir erinnern an den thüringischen Marktflecken Ruhla unlmanche andere Ortschaft — die Angehörigen derselben Gemeinde unter zwei verschiedene Landesväter vertheilt.
Die wichtigste dieser Erbtheilungen ist die von 1485,durch welche die sächsischen Länder in zwei Theile zerfielendie niemals wieder vollständig vereinigt Werden sollten