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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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32
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kannte und etwas von seinem Vorsatz ahnte, herbeigeeilt wckreund ihn entwaffnet hätte."

Nein, Bruder!" rief er und entwand ihm den Degendie Welt und Nachwelt soll nicht sagen: Ein Kurfürst vonSachsen hat seine Gemahlin ermordet!"

Und als der Kurfürst sich anstrengte, seine Gemahlin zupacken und zu würgen, ergriff ihn sein Bruder mit der Kraft,die ihm vor anderen Sterblichen eigen war, und trug ihn insein Zimmer. Der Kurfürst war außer sich vor Zorn. Alles,was ihm die höchste Erbitterung eingeben konnte, schüttete erüber ihn her..."

Nach dieser gemeinen Katzbalgerei, bei welcher, falls siein einerplebejischen" Familie stattgefunden hätte, sicherlichdie Polizei mit Handschellen und Dunkelarrestschlichtend"eingegriffen hätte, ward unserem Seladon das DresdeneiPflaster doch zu ungemüthlich. Er hielt sich während der nmdreijährigen Regierungszeit seines Bruders theils an den Höfenvon Berlin und Wien, theils auf dem Kriegsschauplatz amRhein auf. Zur Abwechselung verheirathete er sich auch,kaum 23 Jahre alt, mit der Prinzessin Eberhardine vonBayreuth (10. Januar 1693), doch vermochten ihn dieBande der Ehe so wenig zu fesseln, daß er gleich nach derHochzeit sich zum Karneval nach Venedig begab, wo er seinerVergnügungssucht frei die Zügel schießen ließ.

Regierungsantritt. Ganz unerwartet erhielt FriedrichAugust im April 1694 die Nachricht, daß sein Bruder ge-storben und er, da kein legitimer Erbe desselben vorhandenwar, zur Erbschaft des Thrones berufen sei.Das ganzeSachsenland", melden die höfischen Geschichtsschreiber,jubelte