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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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33
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«« «euen Gestirn zu, und feierte Freudenfeste/ Aber dieseFreudenfeste waren, wie Crem er richtig bemerkt,nichts alszewöhnlicher Volksjubel, welcher am lautesten hervortritt, wenndas Volk eigentlich nicht weiß, worüber es jubelt. Alles, wasder neue Landesherr bisher daheim, in Feldlagern und aufReisen von sich kund gegeben, war mehr Besorgniß erweckend,als zuversichtliche Hoffnung auf Regentcntugend gewährend."

Dieses arme, unter dem ehernen Druck der sozialen Miß»Ordnung um sein klares Urtheil gekommene Volk hatte nurdas dumpfe Allgemeinbewnßtsein, daß es anders werden müsse,als es bisher gewesen. Längst war jener unternehmende Sachsen-trotz gebrochen, welcher einstmals dem Kurfürsten August gedrohthatte, ihnzum Lande hinauszujagen" man erwartete ebendie Rettung nur noch von einem Wunder. Denn ein Wunderwäre es in der That gewesm, wenn in jener durch und durchkorrupten Zeit ein Mann auf dem Throne an sein Volk stattan seine eigene erhabene Persönlichkeit, an die Befriedigungseiner persönlichen Launen, Lüste und Leidenschaften gedachthätte. Und so sollten denn auch diejubilirenden" Sachsenan ihrem Friedrich August gar bald eine furchtbare Enttäuschungerleben

Seine erste Maßregel die Entfernung der Günstlingedes verstorbenen Kurfürsten fand allerdings ungetheiltenBeifall, wenn nur nicht an die Stelle der fortgejagten Aus-beuter und Aussauger noch weit zahlreichere und schlimmer«getreten wären!

Zunächst mußte die Mutter der verhaßten Neitzschützspringen es hieß allgemein im Volksmund, daß sie imVerein mit ihrer Tochter dem abgeschiedenen Kurfürsten mit