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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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35
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Befehl de» Liebhabers beigesetzt Worten, bttn»»geworfe«, uman einer wenig bekannten Stelle verschaln z» werden.*) DieEntfernung der Neitzschützschen Sippschaft war wohl die einzigeRegierungshandlung, bei welcher der neue Kurfürst sich mitseinem abergläubischen Volke in vollkommener Uebereinstimmungbefand. Niemals wieder trat eine solcheHarmonie derMeinungen* zum Vorschein mehr und mehr sollten dieschwer bedrückten Sachsen erkennen, daß der Zustand, in demsie sich bisher befunden hatten, ein goldener war gegenüberder Noth und dem Jammer, die alsbald durch die Schuldihres unwürdigenLandesvaters* über sie hereinbrechen sollten.

Es konnte Friedrich August nicht entgehen, daß die Finanzendes Landes sich bei seinem Regierungsantritt in der erbärm-lichsten Verfassung befanden und der allgemeine Wohlstand desVolkes gänzlich darniederlag. Er berief denn auch noch imersten Jahre seiner Regierung den ständischenLandtag*, umüber die Zustände des Landes zu berathen. Allein vergeblichwaren alleBitten und Vorstellungen der Stände", vergeblichdie Erklärung der Landschaft,daß sie vor Gott und allerWelt an dem aus neuen Steuerverwilligungen entstehendenUnheile unschuldig sei*. Der neue Herr verlangte immer neueund neue Summen, die auf die eine oder ärmere Weise au-dem Volke herausgepreßt werden mußtm.

August de»Siegreiche". Es hatte sich in demSchädel dieses von Natur beschränken Menschen der Wahn-

*) DaS Urtheil in dem Neitzschützschen Zemberprozeß wurdedurch den Schöppenstuhl zu Leipzig und die dortig« JuristenfakultLtgemeinsam gesprochen.

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