lange darauf für -6,000 Thaler Diamanten und einige StückedeS prächtigsten Stoffes. (Pöllmtz.)
Diese Diamanten, mit denen die Kessel öffentlich prahlte,wurden an den „Liebenden" zu Verräthern: die Kessel gestandder Mutter und der Gemahlin des Kurfürsten ihr« Beziehungenzu dem letzteren, und eine Fluth der bittersten Vorwürfe undVerweise regnete auf die Schuldige herab. Der Kurfürst trafseine Maitresse in Thränen und Verzweiflung und erkundigtesich nach der Ursache ihrer Betrübniß. Sie sagte ihm ohneRückhalt, wie sie von den Kurfürstinnen gemißhandelt worden.Der Kurfürst gerieth in Hitze und trat wie ein wüthenderLöwe in der Kurfürstinnen Zimmer.
„Alles sucht mich zu beleidigen," sagte er mit zuckenderLippe, „aber ich will dem Mädchen, das ich liebe, Achtung zuverschaffen wissen!"
Die Kurfürstinnen fingen vor Verdruß an zu weinen, diejunge vorzüglich war in Verzweiflung.
„Wie?" sagte sie mit thränendem Auge, das sich zärtlichauf ihn heftete — „Sie können mir ins Gesicht sagen, daßSie eine andere lieben?"
Der Kurfürst sah sie mit einem Stolz an, der nahe anVerachtung grenzte.
„Madame, Sie schwatzen erschrecklich", sagte er — „ichweiß, tver's Ihnen eingiebt; aber man würde besser thun",fuhr er mit einem Seitenblick auf seine Mutter fort, „wennman sich um andere Sachen bekümmerte."
Die Scene*), die uns eine Probe von der intimen Unter»
*) Nach der Darstellung des Baron von Pöllmtz-