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Der hochbeglückte Papst erhielt die „frohe Botschaft" feinesSohnes, als er eben dabei war, mit seine». Freunden undFreundinnen den Karneval zu feiern. Gleichzeitig war ein ge-heimes Briefchen von Cäsar angekommen, welches den 72 jährigenAlexander veranlaßte, auch gegen die den Borgia treu gebliebenenBarone, zumal die Orsini, loszuschlagen. An einem Tagewurden ein ganzes Dutzend dieser schändlich Betrogenen in dieEngelsburg geworfen und ihres Vermögens beraubt, um spätervergiftet oder erwürgt zu werden. Alles zitterte bei dem Ge-danken, von den Borgia auf die Liste ihrer Opfer gesetzt zuwerden, der Bischof von Chinsi starb sogar vor lauterSchrecken. Die Reichthümer der Ermordeten wanderten natür-lich in die Kassen der Mörder.
Inzwischen drang Cäsar unaufhaltsam in Umbrien undTose ana vor, eine Stadt nach der anderen plündernd undseine Feinde unbarmherzig würgend. Da machte er plötzlich,auf den dringenden Wunsch des Papstes, der einen Bruch mitFrankreich befürchtete, vor Siena Halt und ging nach Romzurück, wo die ehemals entzweiten Häuser der Orsinr undColonna nebst den übrigen bedrückten Baronen sich erhobenhatten, um „den Drachen, der die kleinen Schlangen aufzehrenwollte", mit vereinten Kräften abzuwehren. Kaum aber er-schien Cäsar vor den Thoren Roms, so ging auch ihr Bundwieder auseinander, und einer nach dem anderen kamen all diekleinen Herren ans Messer.
C1« Ende mit Schrecken. In seiner ganzen furcht-baren Verbrechergröße stand nun Cäsar da, als Herr derheiligen Stadt, als unumschränkter Gebieter über alle Macht-mittel der alleinseligmachenden Kirche. In schamloser Weiseließ er seinen unbeimlichen Trieben die Zügel schießen. GanzRom, der Kirchenstaat, Italien bebten bei den Namen „Cäsar"und „Borgia". Das greise Scheusal auf dem Papstthronedachte bereits daran, seinem Sohne den Titel des' „Königsder Romagna und der Marken" zu geben, nur die Angstvor Frankreich drängte diesen Plan noch zurück.