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,r Bekehrungseifer ganz merklich ab, und sie machten, daß sieso rasch als möglich zum«?Lande hinauskamen. Das bloßeVersprechen der Wenden, daß „sie sich taufen lassen würden",n>ar alles, was die Sendboten des Papstes aus Mecklenburgmit heimbringen konnten.
Die Katastrophe. Indessen, es war nur eine Galgen-frist, welche die tapferen Mecklenburger gewonnen hatten —eine Galgenfrist, die sie ihren verbissensten Feinden, den Sachsen,verdanktm. Das Scheitern des wendischen Kreuzzuges warnämlich das Werk der den Obotriten benachbarten Fürsten, dieder Kirche die unausbleiblichen Erfolge eines auf deutschemBoden veranstalteten siegreichen Kreuzzuges nicht gönnten undsich die unbequeme Concurrentin möglichst fernzuhalten suchten.Hatten sie doch selbst ihre „reellen Absichten" ° auf das obotri-tische Ländchen: drei reißenden Thieren gleich, standen der Dänen-könig Waldemar, der Sachsenherzog Heinrich („der Löwe")und der Markgraf Albrecht („der Bär") an MecklenburgsGrenzen, einander mit Eifersucht belauernd und den richtigenAugenblick zum Zupacken erwartend. Und dieser Augenblickkam, und Heinrich der Bär war es, dem die Beute zufiel: imJahre 1160 fiel der letzte heidnische Obotritenfürst Niklot*)
*)Niklot, ein obotritischer Magnat, der im Jahre 1131 die HerrschaftüberMecklenburg an sich gerissen hatte, ist der Stammvater der noch heutin den beiden Mecklenburg regierenden Dynastie. Er stand bereits,wie seine, Vorgänger auf dem mecklenburgischen Throne zu den,ächsischen Herzögen in einem gewissen LehnsverhältnißOdaS nachNittots Tode zunächst zu einer unbeschränkten Oberhoheit wurde.Heinrich der Löwe behandelte Mecklenburg ganz wie eine eroberteProvinz Politische Erwägungen bestimmten ihn später, dem Sohne