»6
und Mecklenburg ein ewiges Bündntß abgeschlossen wordenwäre. Vom Herzog Heinrich II. von Mecklenburg»Stargard berichtet der Chronist, daß er „ein arger Räubergewesen sei und allen Kühen so gram war, daß Herzog Joachimvon Stettin seine Verwunderung darüber ausgesprochen habe,wo er doch alle die Häute lassen möchte."
Ganz besonders hatten es die adeligen Buschklepper aufLübeck und dessen Handel abgesehen. Da aber die Lübeckersich mit den Waffen zu schützen wußten, so thaten sich jene mitihren märkischen Vettern zusammen und betrieben die Expeditionengegen Lübeck als Compagniegeschäft auf Theilung. Somancher reiche Waarentransport fiel den Straßenräubern in dieHände, und die mecklenburgischen Edeldamen hatten ihre helleFreude an den Korallen, Perlen und Seidenstoffen, welcheihnen die Herren Gemahle von ihren Plünderzügen heim-brachten. Daß die Herren Herzöge, zumal der obenbenannteHeinrich der Dicke, bei diesen Dingen nicht nur ein Auge zu-drückten, sondern auch ihre eigenen Dienstleute an denRäubereien theilnehmen ließen, wird uns nach alledem nichtin Erstaunen setzen.
Kauern schindereie«. Gar schlimm war den Bauernund Städtern diesem frechen Ausbeuterpack gegenüber zu Muthe.Der mecklenburgische Bauernstand befand sich ursprünglich ineiner verhältnißmäßig günstigen Lage. Zwar mußten die Kolo-nisten überall einen gewissen Grundzins zahlen, ob nun dieFürsten, die Kirche oder die Herren vom Adel als ihre Ober-herren galten. Allein dieser Zins war anfangs nur sehrmäßig, und der Bauer hatte vor allem ein Recht auf seineHufe, die er nach freiem Ermessen verkaufen oder vererbenkonnte. Die „Herrschaft" gab sich zufrieden, wenn sie vonsolchen Kaufgeschäften nur ihren Zehnten empfing, und be-gnügte sich im übrigen mit gewissen Spann- und Handdiensten,welche die Bauern ihr leisteten.
Neben diesen eigentlichen Bauern gab es allerdings auch«frühzeitig eine Art von Zeitpächtern, die kein freies Ver»