Bedingung ihrer Bekehrung, hatte aussterben lasten. Für dieZwecke der protestantischen Kirchcnbehörden, die RostockerUniversität und die sonstigen Schulen des Landes werdenganze 3500 Gulden von den Einkünften der konfiszirtenGüter in Abzug gebracht. Ein glänzender Belag für das„rege Interesse" und die „wohlwollende Förderung", die derSache des geistigen Fortschritts von jeher seitens des Pro-testantismus entgegengebracht sein soll.
Die neuen Pfaffen. Die lutherische Geistlichkeit,dieses neue Element, das nun an Stelle der verdrängtenrömischen Clerisei trat, suchte natürlich ihre Position von vorn-herein so günstig wie möglich zu gestalten. Wenn freilich dieseliebedienerischen Streber, die mit ihren antpapistischen Predigtenden Annexionsgelüsten der Fürsten und Stände erfolgreich vor-gearbeitet hatten, auf Dank und reichen Lohn von ihren Brod-herren gerechnet hatten, so waren sie einer argen Täuschunganheimgefallen: man nahm sie als das, was sie werth waren,und verwies sie — auf die freiwillige Armuth der Apostel.Da sie an den Fürsten und Rittern sich nicht zu reiben wagten,so begannen sie Händel mit den Privatleuten, die sich an denKirchengütern bereichert hatten, und suchten sie zur Wieder-auslieferung derselben zu bewegen. Allein die Angesprochenenwiesen auf das Beispiel der Fürsten hin, die so viel mehrgenommen: wenn diese ihre Beute auslieferten, wollten auchsie ihrem Beispiel Folge leisten.
Widerwärtige Zänkereien um Mein und Dein bilden zueinem großen Theil den „geistigen Inhalt" der neuen Be-wegung. Wo die Priester des „reinen Lutherworts" irgendzu kurz zu kommen glaubten, da griffen sie ihre Gegner mitbodenloser Unverschämtheit von den Kanzeln herab an. Sowetterte der Diaconus Krause (1602) in einer seiner Predigtengegen den Rath der Stadt Neubrandenburg, weil ihm vonden Fischzügen in der Tollense keine Fische ins Hau^ geschicktwurden: ,'Damit ja Dein Seelsorger und die andern Bürgerkeine Fische bekommen mögen, so nimmst Du sie alle zu Dir,