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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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45
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lassen und ihre sämmtlichen Privilegien aufs Bündigste be-stätigen. Jene dem Herzog bewilligte Summe aber wardnicht etwa von der Ritterschaft bezahlt, die den Lohn dafüreinheimsten, sondern alle Unterthanen, bis zu den ärmstenhinunter, mußten zur Aufbringung derselben beitragen.

Die Geldnoth der Herzöge abee stieg höher und höher,in demselben Maße, wie der Hochmuth der organisirten Junker.Herzog Johann VII. (15851590) war buchstäblich einarmer Mann, der seiner Gemahlin während seiner ganzenEhe nur zweimal ein Geschenk machen konnte: das eine Mal18 Ellen Sammet und das andere Mal 14 Ellen Atlas.Ohne Zweifel hängt der Selbstmord, den dieser Herzog*)beging, mit dem jämmerlichen Stande seiner Finanzen zu-sammen, die den durch unmäßiges Trinken geschwächten Ver-stand Johanns wohl verwirrt haben mochten. Um das Jahr1608 veranschlagten die beiden schwcrinischen Herzöge ihreJahreseinnahmen auf nur 3000 Gulden für jeden, wofür sieihren gesammten Hofhält zu bcstreiten hatten. Zwei Jahredarauf war ein gähnendes Defizit vorhanden, das für denHof nicht einen Pfennig übrig ließ. Dazu pochten dieGläubiger, die keine Zinsen erhalten hatten, an die Thür,es war höchste Zeit, sich wieder einmal an die Stände zuwenden.

Und diese versprachen denn auch nach langen Drängenund Bitten im Jahre 1622 großmüthig eine Million Guldenaus den Taschen der Unterthanen unter der Bedingung,daß die Herzöge ihre ständische Organisation, dieUnion"endgiltig anerkannten und ihre ganze Litanei von sonstigenBeschwerden abzustellen versprachen. Ausdrücklich aber machtensie dabei, wie das erste Mal, aus, daß es sich um eine frei-willige Leistung handelte, die für die Zukunft keine Ver-bindlichkeit haben sollte.

Gin Vorstoß der Junker. Gleichzeitig benutzte die

*) Der direkte Vorfahre der beiden heut regierende» Herzoge.