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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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alsdann keinen Einspruch mehr gegen den Besitztitel einzu-wenden haben sollte.*)

Der dreißigjährige Krieg. Wallenstein,Herzog von Mecklenburg. Während des dreißigjährigenKrieges und bald nach demselben fanden die unersättlichenJunker Gelegenheit, diese mecklenburgischen Rechtszustände nochweiterhin in demselben ritterlichen Geiste nach oben und untenzugleich auszubilden. Was den Krieg selbst anlangt, so hater das gute Mecklenburg wie kaum ein zweites Land mitge-nommen. Die mecklenburgischen Herzöge schwankten währenddieses vorgeblichenReligionskrieges" mit derselben Charakter-kosigkeit hin und her, wie die meisten deutschen Fürsten.

DieseCharakterlosigkeit", deren sich die ideologischen Für-sprecher der protestantischen Sache heut noch ga-nz überflüssigerWeise schämen, findet ihre sehr einfache Erklärung in derprekären ökonomischen Lage der kleinstaatischen Fürsten jenerZeit. Zwischen ihren unbotmäßigen Vasallen, die längst nichtmehr an die Erfüllung ihrer Vasallenpflichten dachten undeiner nach dem absolutistischen Regiment strebenden Kaiserge-walt eingeklemmt, waren diese Landgrafen, Herzöge und Kur-fürsten wahrlich nicht in der Lage, sich als Bannerträger desProtestantismus mausig zu machen. Vom Süden her zerrtendie Kaiserlichen, vom Norden die baltischen Mächte, Dänemarkund Schweden, an ihren Erblanden wie sollten sie danicht in ihrer Haltung schwankend und charakterlos werden?

Und so sehen wir denn die Schwächsten unter diesenSchwächlingen die mecklenburgischen Herzöge diesemHin- und Herzerren erliegen: nach fast fünfhundertjährigemRegiment werden die Nachkommen Niklots aus dem Landegejagt, nachdem sie von der zum Kaiser haltenden Ritterschaftschnöde verrathen worden waren.

Die beiden Herzöge Adolf Friedrich und JohannAlbrecht ist ihr Name hatten es insgeheim mit den

*) § 26 des Assecurations-Reverses von 1621.