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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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der Begründer des französischen Absolutismus seine ange-stammten Lande noch geführt hätte, wenn nicht die Dolchspitzeeines fanatischen Narren Namens Ravaillac seinen ehrgeizigenPlänen ein Ziel gesetzt hätte (1610).

Hrrdmig XIII., ein achtjähriger, kränklicher Knabe vonunbedeutenden Geistesanlagen, folgte auf Heinrich IV. Volle33 Jahre hatte dieser Schattenkönig Ludwig den ThronFrankreichs inne. Der mühsame Aufbau des absolutistischenSystems, den sein Vater unvollendet zurückgelassen hatte, schiendem Zusammenbrach nahe, denn noch war die alte feudaleOrdnung nicht todt, sondern eben nur gefesselt und zu Bodengeworfen. Die Prinzen von Geblüt, der Hochadel, die Groß-würdenträger des Landes stürmten auf die Regentin-Mutter,die Italienerin Maria von Medici ein, um so viel wiemöglich von der ihnen durch Heinrich genommenen Unab-hängigkeit wieder zu erlangen.

Da fand sich in dem Kardinal du Plessis vonRichelieu der Mann, der den verfahrenen Karren desbourbonischen Königthums wieder aus dem Sumpfe heraus-kutschirte. Zunächst warf er die nach absolutistischen Begriffenallzu selbftständig gewordenen Hugenotten nieder, wodurch ersich den Beifall der überwiegend katholischen Bevölkerung desLandes erwarb.

Dann ging er an die Züchtigung der Prinzen und desAdels, an die Schleifung der befestigten Naubnester, in denendie Junkerschaft immer noch, mitten im Lande, hauste, an dieAusgestaltung der bureaukratischen, von dem absolutistischenCentrum aus gelenkten Verwaltungsmaschine und endlich andieAuffindung" möglichst ergiebiger Steuerquellen, aus denender Unterhalt des ungeheuren Polypen, der am Körper desVolkes zehrte, bestricken werden könnte.

Vor allem war dergroße" Kardinal natürlich auf dasstehende Heer und die nationale Kriegsflotte bedacht. Dennschon gedachte auch er, der Mann der Kirche, an die Fortsetzung