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flog. Unter einer Hirnschale wie seine, zu welcher den gan-zen Tag die weiße Flamme der Phantasie, und kein blauesBranntwein-Flämmchcn des Phlegma, auffackelte, mußtejedes weibliche Gesicht mit vergüldeten Reizen in Götterfarbeund nicht in Todtenfarbe dastehen. Alle Schönen hatten beiihm den Vortheil noch, daß er sie nicht seit zehn Jahren,sondern seit zehn Tagen sah. Indessen ist das nicht seineerste Liebe, sondern nur ein Frühgottesdienst, ein Morsest,ein Protevangclium irgend einer ersten Liebe, mehr nicht.

Zwei ganze Wochen trieb er sein Lamm auf die Weide,eh' sein Muth so weit stieg, daß er — nicht sich neben ihrStrickzeug hinsetzte, dieß überstieg Menschcnkräfte, sondernnur daß er — das Schaf an seinem Postillon cl'mnour festhielt, nicht um es zu Ncginen hinzuziehen, sondern um sel-ber von ihm hingezogen zu werden; den» die beste Liebe istam blödesten, wie die schlimmste am kühnsten. Wie ein stil-lender Mond legte sich alsdann, wenn sie mehr in seinenGedanken als in seinen Augen war, ihr Bild an seine trau-mende Seele und so viel war ihm genug. — Sein zweitesMittel, ihr Akzcssist zu werden, war der runve Schatteneines tiefer unten schwankenden Lindenbaums, hinter demdie Abendsonne, wie hinter einem Jalousieladen sich zersplit-terte. Mit diesem Schatten rutscht' er nun der Regina im-mer näher; unter dem Verwand, als mied'er die eine Sonne,rückte er einer andern röthern zu. Von solchen kleinen Spitz-bübereien läuft die Liebe über; sie werden aber alle errathenund alle verziehen; und sie werden oft mehr vom Instinktals vom Bewußtsein eingegeben. Wenn freilich der Abendlangsam aus dem Thal sich in die Höhe richtete — wenndie einschlummernde Natur in abgebrochenen Laute» des zuBette gcgangncn Vogels gleichsam noch ein Paar Worte imhalben Schlafe sagte — wenn das Glockenspiel am Halse der