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blos ihr Ehrgefühl dem Freunde, dem Gläubiger und derGeliebten eine eiserne Sicherheit verleihe.
Sieben Tage früher als recht war, kommunizierte meinGustav; denn das Konsistorium — die Vehme der Pfarr-herren, die Pönitenziaria der Gemeinden und die Widerlageder Regierung — schickte uns mit Vergnügen als geistigeFastendispensazion oder Alter-Erlaß (vanin uetatis) diesesieben Tage, um welche sein Kommunion-Alter zu leichtwar, für eben so viel Gulden geschenkt aufs Schloß heraus.Mein Zögling mußte also — der geschickteste Religionslehrcrsaß vergeblich zu Hause — wöchentlich zweimal zum dummenSenior Sezmann in Auenthal abmarschieren, der zum Glückkein Jurist, wie ich war und in dessen Pfarrjvohnung einRudel Katechumenen die Schnauzen in geronnene Katechis-mus-Milch stecken mußten— Gustav brachte statt des Thier-Rüssels einen zu kurzen Mund mit.
Gleichwol war der Senior Sezmann nicht übel; auseinem Parlament-Wollensack hätt' er sich zu einem Rednergesessen, d. h. zu einem Ding, das unter den Personen, dieihm Anfangs nicht glauben, zuerst seine eigne überredet. —Ein Redner ist so leicht zu überreden als er überredet. —Der Senior war jeden Sonntag in den ersten Stunden nachder Predigt fromm genug; er kann zwar verdammt werden,aber blos Mangel an Predigten würd' es thun und der anBier. Eine vernünftige Betrunkenheit kommt beides demasze tischen und dem poetischen Enthusiasmus unglaub-lich zu statten. Die Leser sind meine Freunde nicht, welchesagen, aus bloßem Aerger und Neid — daß mein Gustavseine Stunden hörte — schrieb' ich es hier in die Welt hin-aus, daß der Keller die Pauls- und Petcrskirchc des Se-niors war — daß seine Seele wie geflügelte Fische, nur solange emporflog als die Schwingen eingeölet waren — daß