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leine Oontvs morrrux ästhetisch und mit Pathos *) auszu-machen vorhatte und nun selber von einem fremden Pathoserwischt wurde. Erncstinens Herz, Lippen und Ohren warenhinter den strengsten Gittern erzogen; daher wich ihre so,melodische Seele (bei einem bloßen Kuß) in eine fremdeharte Tonart aus; sie gab vom schönsten Märchen nichtszu, als: „ein gutes Mädchen ist's." Ueberhaupt ist dieFrau, die gewisse Fehltritte einer andern sehr schonend be-urtheilt, mit ihrer Duldung verdächtig: eine ganz reine weib-liche Seele erzwingt an sich höchstens die Miene dieser Tole-ranz für eine weniger reine.
Auf unschulrigc Lippen drückte Gustav den ersten undletzten Kuß; denn in der Pfingstwoche zog die Schäferinnach Maussenbach als Schloß - Dienstbote. Wir werden nichtsmehr von ihr hören. — So wird es durch das ganze Buchfortgehen, das wie das Leben voll Szenen ist, die nichtwieder kommen. Nun tritt schon die Sonne höher an Gu-stavs Lebenslage und fängt an zu stechen — eine Blume derFreude um die andre bückt sich schon Vormittags zumSchlummer nieder, bis Nachts um 10 Uhr der gesenkte Flormit verschwundenen Blüten sthläst. ...
Gustavs Muth zum Kuß ist übrigens natürlich. Unser Ge-schlecht durchlauft drei Perioden des Muths gegen das schöne— die erste ist die kindliche, wo man beim weiblichen Ge-schlecht noch aus Mangel an Gefühl rc. wagt — die zweiteist die schwärmerische, wo man dichtet, aber nicht wagt — diedritte ist die letzte, wo man Erfahrung genug hat, um frei-müthig zu sein, und Gefühl genug, um das Geschlecht zuschonen und zu achten. Gustav" küßte in der ersten Periode.
I.
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