58
das von dessen kleinster Erschütterung auseinander fällt. Erverbot ihm daher nichts mehr. Er nahm sogar einige männ-liche Pazienten an, „weil er zu Hause einen hätte und sichden Gedanken an ihn wegkurieren wollte." Der Kranke sel-ber horte schon den Abendwind seines LcbcnS wehen. Voreinigen Wochen glaubte er zwar noch, im Frühlinge könnt'er den Scheeraucr Gesundbrunnen in Lilienbad trinken unddann würd' es schon anders mit ihm werden. (ArmerKranker! es ist eher anders mit Dir geworden). Allein eingewisses Ficberbilv, das er nicht entdeckte, sprach ihm sei»krankes Leben ab: und sein Aberglaube an diesen Traumwar so fest, daß er seitdem seine Blumenstöcke nicht mehr be-geh , seine Vogel weggab und alle Wünsche auslöschte, blosden Wunsch nach Gustav nicht.
Es war am andern Tage gerade Markttag. Dieses Ge-töse harte sür seine der Tvdcsstillc geweihten Ohren zu vielLeben: und Gustav mußte sich an sein Bette setze», damiter unter den: Sprechen und Hören nicht auf den Marti b«»'uncer horchte. Gustav crschrack, als er endlich lebhaft fragte -„ob er Beaten noch liebe." Er wich dem Ja aus; aberAmankus raffle das wenige Leben, das noch seine Nerve»wärmte, zusammen und sagte, wiewol in lauge» Pansen zm>'scheu jedem Satze: „Ach, nimm ihr Dein Herz nicht "wenn Du sie kenntest, wie ich — ich war oft bei ihrem Va-ter ich sah, wie sie mir stiller Geduld seine Hitze trugwie sie die Fehler ihrer Mutter auf sich nahm — voll Gute,voll Sanftmnlb, voll Demuth, voll Verstand — so istach ohne ibr Bild war' in meinem Leben wenig Freude ge-wcsen — gib mir die Hand, daß Du sie ^hr liebestmich." Er nahm sie selber; aber den Freund schmerzte dasNehmen
Plötzlich drängte sich in seine eingesunkenen Wange»-