Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
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schwarzer Rand kaum den Zügen und Klagen mit Thräneneine weiße enge Stelle lässet 's) — ich schenk euch diese Szeneauch; denn ich weiß auch nicht, Leser mit dem schönernHerzen, wen Ihr schon verloren habt, ich weiß nicht, welcheliebe dahingegangne Gestalt, deren Grab schon so eingesunkenist als sie selber, ich gleich einem Traume wieder auf ihrerGrabplatte in die Höhe richte und Eueren thränenden Au-gen von neuem zeige und an wie viel Todte ein einzigesGrab erinnere!

Verschwundner Amandus! in dem großen breiten Heer,welches das Leben dem feindlichen Tod von Jahrhundert zuJahrhundert entgegenschickt, gingest Du wenige Schritte mit,er verwundete Dich oft und bald; Deine Kriegskameradenlegten Erde auf Deine großen Wunden und auf Dein Ange-sicht — sie kämpfen fort, sie werden Dich von Jahr zu Jahrunter ihrem Kriege mehr vergessen — in ihre Augen werdenThränen kommen, aber um Dich keine mehr, sondern umTodte, die erst begraben werden — und wenn Deine Lilicn-Mumie sich auseinander gebröckelt hat, so denkt man nichtmehr an Dich; blos der Traum liefet noch Deine in denErdball gemengte Pastell-Gestalt zusammen und schmücket mirihr im graugewordnen Kopfe Deines Gustavs seine hinterdem Leben ruhenden Jugend-Auen, die wie der Venussternam Himmel des Lebens-Morgens der Morgenstern undam Himmel des Lebens-Abends der Abendstern sind undflimmern und zittern und die Sonne ersetzen.... Ich mag nichtzu Deiner Seelen-Scheide, zum Leichnam sagen, Amandus!liege sanft. Du lagst in ihr nicht sanft; o noch jctzo daucrtEwDein unsterbliches Ich, daß es mehr in seinem knappen Nerven-

k) Es ist eines der letzten dieses Buchs. Dort findet der Leserauch die Erläuterung.

A. d. N.S*