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[Erster Band. - Zweiter Band.]
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Man müßte wenig Wcltkcnntniß haben, wenn man nichtsähe, daß die Fürstinnen, Herzoginnen re. in unsern Ro-manen sicher nicht so gut getroffen wären, wenn nicht demAutor an ihrer Stelle Stuben- und noch andere Mädchengesessen hätten; und so, indem sich der Verfasser zum Her-zog und sein Mädchen zur Fürstin machte, war der Romanfertig und seine Liebe verewigt, wie die der Spinnen, die»lau gleichfalls iu Bernstein gepaarel und verewigt antrifft.Ich sage dieß alles, nicht um meinen Gustav zu rechtferti-gen, sondern nur zu entschuldigen; denn diese Nomanschrei-ber sollten doch auch bedenken, daß die angenehme Sitteu-roheit, deren Mangel ich an ihm vergeblich zu bedecken suche,auch bei ihnen fehlen würde, wenn sie so wie er, mehrdurch Erziehung, Umgang, zu feines Ehrgefühl und Lek-türe (z. B. Nichardsons) wären verdorben worden.

Ich schäme mich, daß Gustav eine solche Ignoranz inder Liebe hatte, daß er in einigen der besten Romane nach-sehen wollte, ob er jetzt einen Liebesbrief an Beata zu schrei-ben habe — ja daß ihre Abwesenheit ihn in Sorgen wegenihrer Gesinnung und in Verlegenheit über sein Betragensitzte. Aber die Stärke der Gefühle macht so gut dieZunge arm und schwer als der Alangel derselben. ZumGlück hüpfte ihm oft die kleine Laura — nicht im Park,(denn nichts macht mehr Dintcn- und Kaffeckleckse auf ein«schöne Haut als die schöne Natur) sondern unter vier Mau-ern — entgegen und die Schülerin ersetzte die Lehrerin.

Aber eine auferstandene höhere Gestalt betrat jetzo dasHand seiner Liebe. Ottomar, von. dessen beidlebigcm Körperals Amphibinm zweier Welten — bisher so viel Redensin Vorzimmern gewesen, trat damit selber im Zimmer derAesideutin auf. Sein erstes Wort zu dieser war: „Sie mög'„ihm verzeihen, daß er nicht eher in Ihrem Vorzimmer er-