Band 
[Fünf und zwanzigster Band. - Sechs und zwanzigster Band.]
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Genug; denn kann ich auch nicht den Organisazionsplan einessolchen Kollegiums von geistigen Wahlherren — sammt derewGliederzahl, Wifsenschafts-Rangstufe und ihren Sitz- undLauf-Tagen angeben: so kann ich doch die Nothwendigkeit,davon noch langer beweisen; was eben geschehen soll, wederohne Ernst noch Scherz.

Schwerlich hat ein Mensch weniger Zeit zu lesen, alsein Fürst, welcher kaum die kurze erübrigt zu schreiben, näm-lich seine Namensunterschrist, welche zum Glück der Mangel,des Geschlechtsnamens etwas verkürzt. Fürstinnen lesen mehrGedrucktes als Fürsten, auch weil sie weniger zu schreibenhaben — keine Namensunterschrist — blos ihre Briefe anungefährliche Bekanntschaften (liaisons). Will dennoch ein.Fürst lesen, so weiß er alsdann nicht was, oder — fallsman ihm es aus schlimmern Gründen, als die seinigen, em-pfohlen und zugebracht — so weiß er nicht warum. Dabeiweiß er aus dem ungeheuern Sternhimmel der Wissenschaften— ohne Finder an Teleskopen und ohne Kometensucher —nicht, was er vor der Hand und am Besten zu ersehen habefür sein Auge, zumal da er zwar alle, aber nicht alles be-herrscht.

Laßt uns für kurze Augen nicht sowol, als für kurzeGedächtnisse hier in kurzen Sätzen reden.

Wenn viele Fürsten Kaufleute sind, welche fort handelnund fort spekulieren ohne allen gedruckten Wechselkours, ohneNachrichten von ein -, ausgelaufenen und gekaperten Schiffen,und ohne Zeitungen von Krieg und Frieden: so gibt's solcheKaufleute und Urbilder gar nicht, sondern blos die Nachbil-der, die Fürsten. Unerwartet berühren sich wieder die Er-treme: die schwere Kunst zu regieren wird zur leichtesten ge-macht. Jeder verwaltet früher sein Land, ehe er's verwaltenläßt; aber auf dem Throne sitzt zuweilen der ungekrönte Reichs-