Band 
[Fünf und zwanzigster Band. - Sechs und zwanzigster Band.]
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nicht über sie. Auch gibt es wiever andere Stellen, worinich, wie noch weltklügere Köpft, von dem zweiten Bonifacius,der unsere heiligen Eichenwälder fällte, immer noch zu hoffennicht nachlassen wollte, wiewol wir Deutschen diesem Boni-facius — uns auch von einer Freiheitinsel zugeschickt wieder erste — die Bekehrung vom moralischen Heidenthum derSelberentzweiung und Selbstsucht wider seinen Willen ver-danken. A jene Stellen hab' ich ungebefsert und unge-gefärbt bestehen lassen, um mir nicht durch Zurückdatierenspäterer Einsichten und durch Einschiebung jetziger Frei-müthigkeit einen neuen falschen Glanz zu geben, da ich al-ten genug habe. Nur Sprachänderungen wurden ins Alteeingeschoben; oder höchstens solche Gedanken, womit manzu allen Zeiten hervorrücken durste, z. B. mit dem Satzea — a, indeß ein Gedanke wie a— a — o schon seine be-sondern günstigen Zeiten fodert. Auch wollt' ich die Gegen-wart gern wieder hören lassen, wie man vor Kurzem hatseufzen lassen — besonders nach ihr.

Ueberhaupt sollten die Schriftsteller sich, wie I. I. Rous-seau, nicht schämen, in neuen Auflagen ihre alten zu berich-ten. Warum wollen sie gerade im Drucke die Wunde undden Wundbalsam der Endlichkeit, die Veränderlichkeit, ver-bergen, als wäre jede ihrer Meinungen die letzte und jederWille ein letzter? Wenn doch in der Studierstube eines Ge-lehrten der Glaube desselben sich so oft verwandeln, häuten,einspinnen, verlarven, verpuppen muß, bis solcher wieder end-lich entpuppt ausfliegt — und wenn es auf keine Weise zuändern ist, daß man es auf allen Gassen weiß, wie der ge-lehrte Mann in Einem fort (es geht beinahe ins Unglaub-liche) sich und seinen Glauben änderte und anders dachte, zu-erst als Primaner — dann als Student — anders als Pri-vatdozent — noch anders als Professor ertraorckiosnu« —