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[Fünf und zwanzigster Band. - Sechs und zwanzigster Band.]
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steiler kann eine Sprache Die andere überwältigen. Wennwir Deutsche uns nun, wie es scheint, mit einigem Rechte,wenn nicht für die Homere und Platane, doch für dieHome-riden und Platoniker neuerer jetziger Kunst und Wissenschafthalten dürfen, und wir den Planeten Merkur und Venus nichtblos an Kleinheit, sondern auch an der unverhältnißmäßigenHöhe unserer (Musen-) Berge gleichen: so haben wir wahr-lich nicht zu besorgen, daß unser Spreche» von den Fran-zosen überwunden werde, sie mögen immer kühn ihre Musen-Hügel auf einander aufthürmen als Himmelstürmer. Da nichteinmal ihre Literatur der nnsrigen unterliegt und entweicht:so kann gewiß noch weniger die unsrige sich der ihrigen er-geben und das Feld räumen; um so mehr, da die ihrige —seit Voltaire, den beiden Rousseau's, Diderot, Mercier, Mad.Stael, und seit ver Revoluziou — sich fast so viel demenglisch-deutschen Geschmacke genähert, als sich unsre vonihrem entfernt hat. Nur Nachbarländer verfälschen einanderwechselseitig die Sprache, wie die französische, die italiänischeSchweiz, Elsaß u. s. w. Wenn im Mittelalter das Lateinals Staats-, als Altar- und als Katheder-Sprache dasDeutsche nicht aussagte; — wenn in Polen neben dem La-tein. das da jeder Bediente*) spricht, das Polnische, wiedaneben in Ungarn das Ungarsche fortbesteht, so seh' ich nicht,wie noch ein paar hundert französische Wörter und Staats-verhandlungen, an eine so durchaus widerspenstige, gewaltigeSprache wie Schwärmer geworfen, diese zerstören sollen, an-statt sie eigensinniger und wilder zu machen, so wenig alsso vieljährige französische Einquartierung deutsche Städte undDörfer um ihre Sprache gebracht. So fürchte denn Niemand,

') Sobieskv'e Geschichte vom Abbe Gever.