Band 
[Fünf und zwanzigster Band. - Sechs und zwanzigster Band.]
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leben können, und denen ihre Lebensart nicht immer die Le-bensmittel verschafft.

Wenn Versass, zuweilen mit jungen Offizieren sprach,bevor sie geschlagen waren: so würd' er mit Vergnügen anihnen höchste Krieg-Beredtsamkeit und Feindes-Verachtunggewahr, gleichsam wahre Herkulesse, obwol aus Pech, wieDädalus einen geformt*), und folglich leicht am Schlacht-feuer laufend; indeß auch der lebendige Herkules gingbekanntlich im Feuer auf — und davon. Solche leibhafteAnreden voll Anfeuern nun, solche Sieg-Propheten sind alteund gemeine Leute schon selten; und daher junge unschätzbar.

Die Griechen nahmen früher Gallier und Deutsche füreins; wenigstens in dieser Achtung für kriegerische Jugendkönnen wir uns mit Galliern verwechseln lasten. Wir glei-chen (nur, wie gesagt, die Generale ausgenommen) wie sieden alten Katten, an welchen Tacitus dieß als seltene Ein-sicht bewundert, daß diese das Vertrauen des Siegs nichtaus das Heer, sondern auf den Heerführer setzten; wozu eineandere Stelle desselben recht erläuternd paßt, daß die deutschenFürsten oder Heerführer für ihren Ruhm, die Heere aber fürihre Heerführer gekämpft. Die Franzosen handeln mit Rechtund Glück nach der Voraussetzung, daß der größte Verstandschon Raum habe in Einem Kopfe, die Tapferkeit aber inein paarmal hundert tausend Fäusten.

Gewonnen freilich haben wir, so viele ganz junge Edel-leute wir auch immer voran und hoch stellten, bisher nochnicht alles, was die Franzosen durch junge bürgerlicheOffiziere und Generale errungen; doch dürfen wir als Ge-winn daraus sowol die Erfahrung, daß aus den kleinenUrsachen und Kräften — hier eben aus unkräftigen abgematte-

*) Lessings Schriften B. 10.