156
sierend durchtappen und durchkriechen muß, bis er seine Blu-men und Kräuter zum Abrupfen und Zusammenbinden an-trifft: so dauert uns der Mann, besonders wegen scinerRecht-lichkeit; denn da er recht gut und spielend die ganzen Bändeselber als Garben aufsammeln könnte, treibt er's doch nichtweiter als zu bloßen ganze» Aufsätzen, aus einer wol zuängstlichen Scheu vor dem Nachdruck oder vor dem Bundtag,der sich ja noch gar nicht im Geringsten entscheidend dar-wider ausgesprochen "). Um nun dem rechtschaffenen Mannealles leicht zu machen, so daß er nur zu nehmen braucht,schreib' ich statt der Geschichten selber abgerißne Gedanken,welche dann, keines weiteren Abreißens bedürftig, sogleichfertig für jeden zweiten Druck da liegen, in der Cotta'schenBuchhandlung. Diese kleine Nachhülfe bin ich wol einemManne schuldig, der durch mehre Auflagen hindurch als ein,wenn auch leerer Oberhosmarschall mich oder meinen Geistbei den höheren Stände» einführte oder vorstellte, mit Zu-rücklassung des fünfzig Bände dicken Körpers.-
') Da hinten im Ostcrmeßkatalvg d. I. der erste Buchhändler,als Selbstverleger meines Geistes, Liesen an einen zweitenbloßen Verleger namentlich und öffentlich abgetreten: sonenn' ich diese „Chrestomathie," mit Zuzählnng desDestilla-tors gern den Vinaigre ,le8 trois Voleurs nach Analogiedes sogenannten Spitzbuben- oder Wcrräuberessig (Vinaigrelies guutro Vole»r8), weil ich das Kleeblatt nicht blos alsDiebe im guten und metaphorischen Sinne betrachte — in-dem sie, Schönen gleich, mir blos Herz und Gedanken ge-raubt, das Körperliche aber, Papier und Druck- oder Nach-druck-Schwärze, wirklich selber geliefert, und keinem andernVerleger abgenommen — sondern weil der treffliche, wennanch geist- und dankarme Nektifikator meines Geistes durchdas dritte Destillieren einen 8piritu8 rectilieati88imn8 in demJean Pauls Geist oder Spitzbubenessig geliefert, wie in derPest die genannten vier Diebe in dem destillierten Essig, wo-durch sie sich am Leben erhielten.