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seinen Milchbruder in Wissenschaft und Politik zur Bruder»schast aufsucht, und aus Friedenliebe den Gegenfüßler derGesinnung meidet: so statten Frauen gern Besuche bei Frauenab, die ihnen weder bestallen noch Wohlgefallen. Man konntenicht ohne Vergnügen in Zeiten politischer Zertheilung, z. B.in Franzosen-Deutsche und in Altdeutsche, bemerken, daß ge-rade die Anhängerinnen (nicht die Anhänger) entgegengesetz-ter Parteien einander aufsuchten und wie ungleichnamigeMagnetpole sich zum Anstoßen einander anzogen. Aber esist so leicht zu erklären als zu rechtfertigen.
Es braucht jede Anhängerin Jemand zu ihrem Aus-und Widersprechen, und dazu taugt eine Gegnerin am besten,welche man obendrein noch dadurch bestraft, daß man sierecht ärgert. Wenn Männer leider einander ihren Ingrimmund ihre Verachtung nicht ohne Gefahr, zu beleidigen, zeigenkönnen, und wenn aus einem Wortwechsel leicht ein Kugel-wechsel und das Musenpferd leicht das Streitroß zu einemJägers Schießpferde wird: so sollten Weiber ihren herrlichenVorzug, einander das Boshafteste ohne gefährliche Folgensagen zu können, mehr zu schätzen wissen und zumal im Po-litischen das Glück mehr benutzen, daß sie wie HomerischeGötter und Miltonische Engel einander so unbedenklich ver-wunden und zerreißen können bei dem augenblicklichen Zu-sammenheilen der Stücke. — Ueberhaupt darf man, hoff ich,von der Mehrzahl sagen: eine Frau sucht nicht, wie einNarzissus, das eigne Bild und ein zweites Ich, sondern viellieber ein Nicht-Ich, und hat aus bessern Gründen als einAberglaubiger, an dem Sichdoppeltsehen, oder gar an demSichmehrfachsehen keine Freude; ja einer schönen Frau istvielleicht die häßlichste lieber als eine andere, die ihr anSchönheit noch so ähnlich, ja überlegen ist. — Dieses weib-liche Aufsuchen der Gegenkaiserinnen und Gegenpäbstinnen