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werden, zur Ausfüllung von Lücken und zur Richtigstellung vonIrrthümern beizutragen, indem sie militärischen Zeitschriften oderdem Verfasser seihst ihre Mittheilungen zukommen lassen; derLetztere würde Gelegenheit nehmen, sie der Oeffentlichkeit zuübergeben.
Die Erforschung der Wahrheit ist das Hauptziel seiner Be-strebungen. Die Tapferkeit, mit welcher vor Dijon von beidenSeiten gekämpft wurde, ist über allen Zweifel erhaben. Es kanndaher auf die Truppentheile, weder auf die preussischen noch aufdie französischen ein Schatten fallen, wenn in der Darstellung un-günstige Gefechtslagen, in die sie durch Irrthümer, Fehler undandere Umstände gerathen sind, offen eingestanden und besprochenwerden, ebensowenig auf die Führer, wenn deren irrthümlicheAuffassungen und falsche Anordnungen nicht verschleiert werden!Denn; Irren ist menschlich. Und aus den Irrthümern undFehlern, die begangen werden, lernt man bekanntlich am meisten.Dass aber die vorliegende Arbeit Anregung zur Belehrung ge-währen möchte, liegt dem Verfasser besonders am Herzen. Nachseiner Ansicht bietet dieser kriegsgeschichtliche Abschnitt eineFülle von Aufgaben für den applikatorischen Unterricht in derKriegsgeschichte und in der Taktik in Bezug auf gemischte De-tachements. Um jenen Aufgaben die nötbigen Unterlagen zu gehen,ist einerseits bei der Darstellung der Thatsachen vielfach aufEinzelheiten eingegangen und andererseits sind zahlreiche Befehlewörtlich wiedergegeben worden, ohne an dieselben immer einenkritischen Massstab anzulegen: ein solcher würde bei Anordnungen,die, häufig in grosser Eile oder im Drange des Gefechts ertheilt,in materieller oder formeller Hinsicht anfechtbar sind, leicht ver-letzend wirken, während er für den Lehrer ohnehin entbehrlich ist.Wo allerdings die Beurtheilung eines Befehls für die Klarstellungder aus demselben entsprungenen, auf den Gang der Ereignisseeinflussreichen Folgen erforderlich war, ist mit einer solchen nichtzurückgehalten, immer aber versucht worden, sich nach Möglichkeitin den Gedankengang des Befehlsgebers zu versetzen.
Wie schon bemerkt, liegt der Darstellung, in so weit es dieVerhältnisse auf deutscher Seite angeht, das Akten-Material desKriegs-Archivs des preussischen Generalstabs zu Grunde, auch wennnicht besonders darauf verwiesen worden ist; dagegen hat es der