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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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schon mit Cambriels, dem Befehlshaber der ersten Vogesenarmee,wurden mit General Cremer und Bourbaki fortgesetzt und mitGeneral Pellissier während der Kämpfe um Dijon durchgeführt.Diese Beibereien wirkten strategisch in den durch sie veranlasstenHemmungen der Bewegungen um so folgenschwerer, als sie geradeauf einem, für Unternehmungen gegen die Verbindungen des Feindesdurch die Beschaffenheit des Geländes besonders günstigen Theildes Kriegsschauplatzes und zu Zeitpunkten stattfanden, wo Allesanf Einigkeit zwischen den einzelnen Führern und Schnelligkeit desHandelns ankam.

Wenn die Schwierigkeiten dieser Art von den Spitzen derVogesenarmee herrührten, so gaben ihre Bestandtheile oft Anlasszu grossem Aergerniss. Selbst der massvolle A. Chuquet ergehtsich darüber in den stärksten Ausdrücken: 1 )Man konnte sich nichtsBuntscheckigeres, nichts Kunterbunteres vorstellen, als dieses Heer,welches aus einer Menge verschiedener Truppenkörper, die sich mitanmassenden und lächerlichen Namen aufgeputzt hatten, zusammen-gesetzt war. Aber die echten Garibaldiner, welche mit ihremOberhaupt aus Italien gekommen waren, überragten alles Uebrigeebenso durch die malerische Pracht ihrer Uniform wie durch dieZuchtlosigkeit und Lockerheit der Soldaten. Sie sahen wie Seil-tänzer aus und schmückten sich auf ihrer Kleidung mit Tressenund Raupen im Uebermass. Etliche waren Taugenichtse undBeutelschneider. Die Mehrzahl führte Frauen, Marketenderinnen,Krankenpflegerinnen, Offizierinnen, zierlich aufgeputzt und aus-staffirt, mit sich. Ebenso wie ihr General sprachen sie nur vonder Weltrepublik und beschuldigten Jeden, der nicht mit demrothen Hemd angethan war, der Lauheit. Während der Feind dieDörfer Burgunds brandschatzte, übten sie in Autun eine Schreckens-herrschaft aus und gaben sich der Ausschweifung hin. Nochstärker äussern sich andere, namentlich den Königsparteien auge-hörende Schriftsteller, denen besonders die offen ausgesprochenePriesterfeindschaft Garibaldis, die seine Untergebenen vielfach durchdie That bekräftigten, zum Gegenstand der unnaehsiehtlichstenAngriffe wurde. General Pellissier, der, trotz seiner im Zusammen-wirken mit der Vogesenarmee ausgestandenen, später zu schil-dernden Leiden, eigentlich als ein Verehrer der Person Garibaldis be-trachtet werden muss, scheint ein hartes, in mancher Beziehung zu-treffendes Urtheil vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss

i) Oh. 209.