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oder unter Geschosshagel vom Schachtfelde auflesen musste. „Diegaribaldinischen Rothhemden hatten Scheu vor ihrem schwarzen Ge-wände, aber auch vor ihrer Reitpeitsche, mit der sie ohne UmständeAufdringliche, Trunkenbolde und Nachzügler fuchtelte. Allerdings kames vor, dass sie ihre Stellung missbrauchte und im Ueberwachen vonAerzten und Krankenpflegern diese fast zur Verzweiflung brachte ;sie leistete dafür aber, nach Maricourt, mehr, als „alle dienstlichenQuacksalber zusammen. Man traf sie überall, und überall hattesie ein Huhn für die Kranken, ein paar herzliche Worte für dievor Durst verschmachtenden Mannschaften, Binden und Charpiezum Gebrauch für die Verwundeten. Für diese verstand sie an■Orten, wo der rücksichtsloseste Anforderer sich keinen Esel zu ver-schaffen vermochte, Pferde und Wagen zu finden, um die Opfer zubefördern. Was sie einmal wollte, wollte sie so vollkommen, dassBürgermeister und Stadträthe sich lieber selbst angespannt hätten,als sich zu erlauben, es ihr zu verweigern.“
Nun gesteht aber Dormoy ganz unumwunden zu, dass beidem Verbinden der Wunden Niemand es besser, als sie, verstandenhätte, militärische Nachrichten zu sammeln und sie dem Haupt-quartier zuzusenden, was sie durch zahlreiche Bleistiftdepeschenund ihre englischen Briefe an die Daily News bewiesen hätte. Inder Nacht vom 12. zum 13. Januar um 2 Uhr, so schreibt HerrMisset an den Berichterstatter des parlamentarischen Ausschusses, 1 )erschien bei ihm zu Aignay le Duc zu Wagen Madame White-Mario von Chätillon, wo sie zur Auswechselung französischer, von'den Preussen gefangen genommener Aerzte gewesen zu sein be-hauptete, vorzugsweise aber, um zu erfahren, was dort vorgingeund dies dem gerade in Aignay übernachtenden Ricciotti Garibaldizu berichten. Sie erzählte ihm von den preussischen Truppen-märschen in östlicher Richtung und von der Anwesenheit einesförmlichen Heeres von 50 oder 60000 Mann zu Chätillon undUmgegend. Um 5 Uhr Morgens schickte Ricciotti darüber durchsicheren Boten einen Bericht an seinen Vater. So war MadameMario die erste, welche dem Stabe der Vogesenarmee die Ver-sammlung des II. und VII. Armeekorps am 12. Januar meldenkonnte.
d. Garibaldis Brigadeführer.
Der Führer der 1. Brigade, der 1834 in Warschau geboreneGraf Joseph von Bosak 2 )-Hauke, war ein kriegserfahrener Of-
*) Per. II, 403. — 2 ) „Bosak“ bedeutet im Polnischen „Feuerhaken“.In dem gräflichen Wappen befindet sich ein aufrecht stehender Löwe,welcher einen Feuerhaken in den Tatzen hält. Der Name soll aus demDeutschen = „boeser Haken“ abgeleitet sein (LdE. B. 68).