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Unfähigkeit als Verwaltungsbeamter und manche Aergerniss erregendenVorgänge machten sein Verbleiben in der wichtigen Stellung un-möglich. Vor seiner Ablösung liess er sich in die Bürgerwehreinschreiben und zum Lieutenaut-Colouel wählen. Garibaldi erkanntein ihm einen Vaterlandsfreund reinsten Wassers und Übertrag ihmdie Führung der 2. Brigade, deren Hauptbestandteil seine 2000Myrmidonen bildeten. Um seine vollkommene Unbekanntschaft mitmilitärischen Verhältnissen auszugleichen, hatte man ihm denGeneralstabs-Capitaine Jolivalt des stehenden Heeres als Stabschefbeigegehen. 1 )
Den Kern der Vogesenarmee, die 3. Brigade, befehligteMenotti, Garibaldis ältester, ehelicher, damals etwa 30 Jahre alterSohn. Er war von grosser Gestalt, mager, aber voll körperlicherKraft, mit wenig ausdrucksvollem (nach Marais 2 ), sanftem undvornehmem), von sparsamem blonden Bart umrahmtem Gesicht. 3 )Cremer-Poullet 4 ) beschreiben ihn als kalt, mit englischem Phlegma,welches Nichts beunruhigen, Nichts aus der gewohnten Ruhe her-ausbringen kann; Theyras 5 ) bezeichnet diese Eigenschaften alsGleichgiltigkeit, Schweigsamkeit und Unbedeutendheit. Aber derCommandant Baron Duplessis de Pouzilhac vom Generalstabe derDivision Cremer, welcher vorher der Brigade Menotti angehörthatte, sagte aus, dass deren Führer diese hervorragende Kalt-blütigkeit auch im Feuer bewahrt hätte: im Höhepunkt des Ge-fechts hätte er mit derselben Sanftmuth, mit derselben Langsamkeitgeredet und die einzunehmenden Stellungen mit derselben Ruhebezeichnet, als ob es sich um Feldübungen gehandelt hätte. NachCremer-Poullet besassMenotti einen scharfen,kalten, mathemathisckeu,sehr überlegenden Geist; er sprach wenig, hörte aufmerksam zu und be-obachtete scharf. Als ein Mann des Studiums, des Nachdenkens,von sicherem Urtheil, mit der natürlichen Anlage, aus einer Mengewidersprechender und übertriebener Meldungen das Richtige zufinden, voll Vorliebe für die Studierstuhe erschien er zum Stabschefgeeignet. Nach Garnier 6 ) war er nicht sehr begeisterungsvoll,vielleicht etwas ermüdet von dem Dasein, welches er aus kind-licher Liebe führte: um dem Ruf seines Vaters zu folgen, hatte erin Italien wichtige Geschäfte als Handlungsreisender, dessen Be-nehmen er, nach Theyras, haben sollte, verlassen. Dieser ihmwenig geneigte Schriftsteller bezeichnet ihn indessen als gutenFamilienvater, anständig, seine Abende mit Billard, seinem Lieblings-
!) C. P. 101. — 2 ) Ma. 33. — 3 ) Mid. 76. — D C. P. 79. — 5 ) Th. 34.—
6 ) Ga. 194.