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nach Chagny zurückging und hier in der, aus Lyon vorgeschicktenBrigade Bousquet Verstärkung fand. Cremers Bückzug nach Chagnywar unnütz, da der Gegner überhaupt nicht folgte; er wirkte nurnachtheilig auf den Geist der jungen Truppen ein.
An demselben Tage hatte Gambetta dem von Bourbaki gutgeheissenen Plane Preycinets seine Zustimmung ertheilt, wonachdie I. Loirearmee mit der Eisenbahn nach Osten befördert werdensollte, um Dijon zunächst wiederzuerobern, dann zum Entsatzvon Beifort vorzumarschiren und möglicherweise über die Hochebenevon Langres gegen die deutschen Verbindungen oder nach Lothringenvorzudringen. Bourbaki hatte hierzu nur die einzige, wesentlicheBedingung gemacht, dass, sobald er den Vormarsch über Dijonhinaus fortsetzen würde, ein besonderes Korps mit Deckung seinerlinken Seite betraut werden sollte. Zur Bekehrung Gambettas zudiesem Plane — er hatte bereits eine Operation der I. Loirearmeeüber Montargis beschlossen — war die Nachricht von CremersNiederlage bei Nuits nicht ohne Einfluss geblieben, weil dadurchdie Meldungen letzter Zeit über wesentliche Verstärkung derdeutschen Streitkräfte im Osten bestätigt zu werden schienen. Schonam 21. Dezember sollte die Eisenbahnbeförderung beginnen.
Als nun Cremer, der in den nächsten Tagen nach dem Treffenseine Truppen wieder kampffähig gemacht, am 24. durch seine iuBeaune verbliebene Vorhut erfahren hatte, dass nördlich von Nuitskein Feind stände, gedachte er wieder vorzugehen, erhielt aberangesichts der Eisenbalinbeförderuug der Armee Bourbakis überChagny die Weisung, Alles zu vermeiden, was die Aufmerksamkeit desGegners nach dieser Richtung zu lenken geeignet wäre, sich abernöthigenfalls in der Stellung von Chagny „bis zum Tode“ zu halten. 1 )Umsomehr machte sich andererseits dem Kriegs-Ministerium dieNothwendigkeit einer durch die Vogesenarmee zu bewirkendenAblenkung, besonders in der Richtung auf Dijon, fühlbar. Aber inAutun wollte man Andeutungen iu diesem Sinne nicht verstehen.Der Widerruf der selbständigen Operation Garibaldis nach denVogesen hatte ihn gewaltig verschnupft. Passiver Widerstandwurde erneut zur Loosung. Bordone machte die früher erwähntenSchwierigkeiten und erklärte immer wieder die Unmöglichkeit fürGaribaldi, etwas zu unternehmen, bevor mau ihm nicht Genugthuungin Betreff der von ihm abgelehnten Herren Frapolli und Baillehachegegeben hätte. Dazu kam ein hettiger Gichtanfall, der Garibaldians Bett fesselte und den er angeblich aus Aerger über einen zu
Dum. 253.