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Platzes, General von Tresckow, die Stärke der zu Besangon er-warteten französischen Kräfte auf 60000 Mann angegeben hatte,so räumte Werder mit Genehmigung des Grossen Hauptquartiersam 27. Dezember Dijon einstweilen, um sein ganzes Korps heiYesoul zu vereinigen. Dorthin zog er auch die Keserve-DivisionSchmeling, sowie die Brigade Goltz in Eilmärschen zusammen,während er zur Sicherung seiner Verbindungslinie am 28. einebadische Brigade nach Gray rücken liess.
Die Nachricht von der Räumung Dijons veranlasste de Serresin der Nacht zum 28. aus Chälon sur Saöne zu nachstehenderDepesche an Garibaldi: „Die Provinz, welche Sie so lange ver-theidigt haben, ist nicht mehr gefährdet. Dijon ist geräumt.Cremer wird vielleicht morgen dort eintreffen und weiter Vorgehen(l’atteindra et le depassera); der Feind kann dagegen noch einenVorstoss auf den Strassen von Tonnerre oder Chätillon versuchen;ihre Vertheidigung vertrauen wir Ihnen an. Das Val Suzon kannschleunigst, Dank Ihrer Thätigkeit, zu einem unüberschreitbarenBollwerk werden.“') Freycinet war damit einverstanden undforderte Bourbaki am 29. auf, nochmals in Garibaldi zu dringen,Val Suzon, falls es noch nicht geschehen, stark zu besetzen, umdadurch seine Linke zu sichern, wenngleich ein Marsch des Feindesvon Tonnerre auf Dijon unwahrscheinlich wäre. 2 ) Die Vermutliungeines solchen rührte von dem in diesen Tagen begonnenen MarschZastrows von Auxerre über Chablis in östlicher Richtung her, umzur Unterstützung Werders bei der Hand zu sein.
Aber Garibaldi bewegte sich nicht von der Stelle. Denn in-zwischen waren die oben 3 ) bereits berührten Verhältnisse eingetreten.Bordone hatte durch seine Abreise bei seines Vorgesetzten Krankheits-zustand die Armee ohne Führung gelassen. Zwar hatte noch am Abenddes Räumungstages, 27. Dezember um 11 Uhr, Commandant Olliviermit den Franktireurs der Franche-Comte, unmittelbar gefolgt vonCommandant Eudeline mit den Franktireurs von Colmar, Dijonbesetzt und am folgenden Morgen rückten andere Franktireur-Kompagnien der Vogesenarmee dort ein 4 ); aber diese selbst wagtesich angesichts der Vorwärtsbewegungen von Truppen des VII. Armee-korps in den Tagen vom 27. bis 29. auf Courson, Vermanton undL’Isle nicht von Autun fort, da sie nicht wusste, ob es nicht aufsie abgesehen wäre,
') Per. II. 568 No. 7681. — 2 , Ebd. 593 No. 732. - 3 j S. 89. —4 ) Ja. II 128, Bo. 262, Bo. M. 86.