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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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von Tangers, auf die Festung gestützt, einer deutschen Hilfsarmeeim Norden versperren, während eine entsprechende Aufgabe imSüden Garibaldi, gestützt auf Dijon, zu erfüllen hatte.

Die Bewegungen des Generals Zastrow zu finde Dezembersin der Richtung auf Langres uud die Zusammenziehung derWerderschen Truppen auf Vesoul erfüllten Freycinet mit grosserBesorgniss. Er fürchtete, dass Bourbaki bei Vereinigung derdeutschen Kräfte es mit 150000 Mann zu thun haben könnte.Aeusserste Schnelligkeit und getrenntes Vernichten der noch nichtvereinigten Theile war geboten. Um hierzu genügend stark zusein, entschloss sich Freycinet, das 15. Korps zu Vierzon durchein neu zu formirendes zu ersetzen und es Bourbaki mit der Eisen-bahn nach Besangon oder Gray nachzusenden. 1 ) Die Aufstellungdesselben bei letzterer Stadt zur Deckung der mit jedem weiterenSchritt der Ostarmee auf Beifort immer länger und empfindlicherwerdenden Verbindungslinie wäre zweckmässiger gewesen, als dieHeranziehung zur Operationsarmee, wie es thatsächlich geschah.Für eine solche Aufgabe konnten Garibaldis und Pellissiers lockereTruppengebilde nicht genügen.

Am 1. Januar war Zastrow mit der 13. Division bis in dieGegend von Montbard und südöstlich vorgerückt und hatte eineVorhut bis Semur vorgeschoben am 2. wurden starke, aus allenWaffen gemischte Abtheilungen in den Richtungen auf Sombernon,St. Seine und Saulieu getrieben, ohne aber diese Orte zu erreichen.Diese Bewegungen verursachten grosse Aufregung in BourbakisHauptquartier zu D61e: das 18. und 20. Korps sollten am 2. denOgnon erreichen. Bourbaki glaubte, dass der Vormarsch derDeutschen über Vitteans Dijon bedrohen 2 ) und den Zwetfk habensollte, ihn zu veranlassen, seine auf Vesoul im Vormarsch begriffenenKräfte zu schwächen oder ihren Marsch zu verzögern. Um Beideszu verhindern, befahl sein Adlatus de Serres am 2. Januar aufeigene Verantwortung dem General Cremer, welcher bereits den Vor-marsch auf Fontaine Frangaise angetreten hatte, sofort nach Dijonzurückzumarschiren und erforderlichenfalls bei der Vertheidigung

0 Per. II 598 No. 750. 2 ) Diese Besorgniss war insofern nichtganz unbegründet, als Zastrow, nachdem ihm durch einen Befehl desGrossen Hauptquartiers vom 27. Dezember der Oberbefehl über sämmtliclieim Süden operirenden Streitkräfte übertragen worden war, am 30, nachVersailles meldete, dass er am 1. Januar von Montbard voraussichtlichin der Richtung auf Dijon marschiren würde, eine Absicht, die allerdingsdurch ein noch am nämlichen Abend eintreffendes Telegramm Moltkes,in Anbetracht der Ungewissheit über Bourbaki, vorläufig vertagt wurde.(Kr. T. VII. Armeekorps in Kr. A. P I 1).