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stellen. 1 ) Weniger ängstlich zeigte sich de Serres. Er dachteschon an eine Mitwirkung des 18. Korps, um die günstige Gelegen-heit zu benutzen, ein halbes feindliches Korps auf seinem wage-halsigen Vormarsch zu vernichten. 2 ) Die Vogesenarmee rührte sichnicht; Menotti begnügte sich mit Beobachtung der feindlichen Be-wegungen von Arnay le Duc aus, und sein Vater, dessen Befindensich wieder gebessert, erschien am 3. Nachmittags mit der Eisen-bahn nebst 300 Mann und 40 Pferden in Dijon, 3 ) angeblich inFolge der befürchteten Bedrohung dieser Stadt und um die Be-förderung seiner Hauptkräfte durch die Eisenbahn zu erwirken. 4 )De Serres hatte von ihm gehofft, er würde schleunigst kräftige,entscheidende Entschlüsse fassen, 5 ) und zwar im Sinne der Ver-abredungen mit Cremer, wonach, während dieser nach Langresvormarschirte, Garibaldi nördlich Dijon Stellung nehmen undPellissier mit den Mobilisirten die Stadt selbst vertheidigen sollte. 6 )
Während des Generals Abwesenheit war in Autun ein Tele-gramm Freycinets eingegangen, worin er seine Verwunderungdarüber aussprach, dass Garibaldi bei einer so geringen Ent-fernung, wie zwischen Autun und Dijon, eine Eisenbahnbeför-derung, die wegen der am 4. früh beginnenden Fahrt des15. Korps von Bourges nach dem Osten augenblicklich un-möglich wäre, verlangte, anstatt sofort mittelst Fussmarsches nachDijon aufzubrechen und dem Feind in die Seite zu fallen, wenn er seiner-seits dorthin vormarschiren sollte. 7 ) Garibaldi war über diese Zu-muthung sehr aufgebracht; er gab vor, 8 ) überzeugt zu sein, dassfür Dijon, wo am 4. Abends 3000 Mobilises du Jura angekommenund am 5. ebensoviel erwartet wurden, 9 ) augenblicklich nichts mehrzu befürchten sei. In der That hatten die Truppensäulen der13. Division ihren Vormarsch am 3. Januar nicht weiter fortgesetzt,sondern waren zurückberufen worden, weil General Zastrow Befehlerhalten batte, wieder nach Auxerre zu marschiren. Garibaldi tele-graphirte daher am 4. dem Minister zurück, dass er unmöglichseine Truppen ohne Kaputzenmäntel marschiren lassen könnte unddass er selbst sich nach Autun zurückbegäbe, um zu warteD, bisdie Eisenbahn frei wäre. 9 ) Der angeführte Hinderungsgrund fürden Fussmarsch w'ar aber nur ein Vorwand, was schon daraushervorging, dass Garibaldi, als ihm am 4. Abends das geforderteEisenbahnmaterial zur Verfügung gestellt werden konnte, es ablehnte,
0 Per. II 627 No. 7275. — 2 ) Ebd. 614 No. 750. — 3 ) Ja. II136. —
4 ) Bo. CdE. 130 und Per. II 625 No. 7228. - 5 ) Per. II 627 No. 7221. -
°) E. p. VII, 7. — 7 ) Per. II 626 No. 7250. — 8 ) Bo. CdE. 130. —
9 ) Per. II 630 No. 7202.