142
Wie wäre das möglich ? Noch gestern hätte Bordone den Prä-fekten Luce Yilliard für einen Alarmisten erklärt. Daraus gingehervor, dass Garibaldis Erkundungsabtheilungen vollkommen hinein-gefallen wären und ihn mit hineingelegt hätten; ein ander Malwürde er, Freycinet, weniger vertrauensselig sein.') Und 20 Minute»später drückte er Bordone auf dessen obiges Telegramm von 9A.trotz aller UnWahrscheinlichkeit sein Vertrauen aus, da erbis dahin eine hervorragende Geschicklichkeit be-wiesen hätte. 2 ) Hiervon brachte ihn auch eine, an demselbenAbend eingegangene Benachrichtigung Luce Villiards nicht ab, wo-nach am 18. an 30 000 Feinde zu Gray und Champlitte, am 19.sogar 40 bis 45000 sein könnten. Es handele sich nicht darum,Dijon zu schützen, welches mit 4000 Mann sicher gestellt werdenkönnte, sondern zu verhindern, dass Cremer und die Ostarmee imRücken gefasst würden; 20 000 Garibaldiner, welche er seit fünfTagen in Kenntniss gesetzt hätte, ständen in Dijon unbeweglich. 3 )
Diese Mittheilungen veranlassten Freycinet, den General Pe-lissier zur Meldung der augenblicklichen Stärke der unter seinembesonderen Befehl stehenden Mobilisirten aufzufordern, welcheLetzterer mit 16 088 zu Dijon, 1100 zu Auxonne, 2 100 um Nuits,1 144 zu Beaune, zusammen 20 432 bezifferte; 4 ) er fügte auf Be-fragen hinzu, dass nach Eintreffen der 24 angemeldeten schwerenGeschütze er Dijon ohne Garibaldis Mitwirkung zu vertheidigenvermöchte, vorläufig aber auf dessen Artillerie angewiesen wäre, daihm, Pellissier, nur zwei aus Auxonne geliehene Vierpfünder zurVerfügung ständen; ausserdem bedürfte er nothwendig wenigstenseiner Schwadron für den Aufklärungsdienst; weittragende Gewehrefür die Mobilisirten wären erwünscht, ebenso wie die Unterstellungder demnächst in Dijon zu versammelnden 40000 Mobilisirten untereinen Divisions-General. —
Inzwischen hatte der Depeschenwechsel zwischen Bordoneund Freycinet in Betreff von Gray seinen Fortgang genommen.Ersterer leugnete am 18. früh noch immer die Bedrohungdieser Stadt, worauf er jetzt in seiner Korrespondenz das. Haupt-gewicht legte, um unter diesem Vorwand allmählig seinen Irrthum— das Leugnen der Richtung des preussischen Vormarsches gegenden Osten — einzugestehen. Denn jetzt sagte er, die Märsche aufMontbard, Baigneux, Gray und Dijon wären nur Scheinbewegungenzur Verschleierung des Seitenmarsches der 40 bis 45 000 Mann
0 Per. n 691 No. 7212 und 7215. — a ) Ebd. No. 7231. — 3 ) Ebd. 688No. 742. — 4 ) Ebd. 689 No. 747 und S. 694 No. 761.