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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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ich bedauere, so warm Ihre Partei ergriffen zu haben, weil ichmich in der Hoffnung befand, dass dies Sie zu einer patriotischenHandlungsweise bestimmen würde, die über Alles den Schleier desYergessens gebreitet hätte. 1 )

In Dijon waren die letzten Verstärkungen vor Beginn desKampfes eingetroffen: am 19. für die 1. Brigade die 1. Isere-Legion, welche in Fontaine einquartiert wurde; 2 ) am 20. langte fürdie 3. Brigade der Vogesenarmee die 3. Isere-Lcgion an, sowiefür Pellissier, aus der Umgegend von Nuits telegraphisch herbei-gerufen, die Mobilises de lAin (2100 Mann) und die Mobilisesde lHerault (? A. d. V.) 3 ) Die Stärke der Vogesenarmee alleinbelief sich hiernach auf 24 000 Mann. *)

Die Stadt war in Aufregung, trotzdem nichts geschah; ver-schiedentlicher blinder Lärm hielt die Truppen in Bewegung undmachte sie nervös. Sie wurden häufig zusammenberufen und bereitgehalten, sich auf das erste Signal in Marsch zu setzen. 5 )KeinFlintenschuss fiel, aber Jedermann witterte ein Ereigniss, es lagPulvergeruch in der Luft. 6 ) DerProgres de la Cöte dOr, dervon dem Erfolge des gestrigen Parademanövers auf Messigny wenigbefriedigt war, brachte am 20. folgende bezeichnenden Zeilen:Zurgegenwärtigen Stunde befinden wir uns nicht im Besitz des Ge-heimnisses der Götter; aber wir halten dafür, dass seit 14 Tagen sichetwas zuviel Soldaten in Dijon und nicht genug in der Umgegendaufhalten. Dormoy 7 ) bemerkt hierzu:Das damals so sorgfältigverborgene Geheimniss der Götter bestand darin, dass Garibaldi,der noch nicht genug Pferde und Kanonen hatte, sich weigerte,allein den 168 Geschützen MaDteuffels entgegenzutreten, wie ersich früher allein vor den 72 Kanonen 'Werders befunden hatte.Garibaldi zog eine Vertbeidigungsschlacht vor.

V. Das Anmarschgelände um Dijon.

Das Departement Cöte dOr wird durch eine, von der Hoch-ebene von Langres sich in südsüdwestlicher Richtung erstreckende-breite Höhenkette, welche bei Dijon, südlich des Ouchethales, indas eigentliche Cöte dOr-Gebirge übergeht, in fast zwei gleicheTheile getheilt; dieser Höhenzug bildet hier die Wasserscheidezwischen dem Atlantischen Ozean und dem Mittelmeere; die vonseinem Westabhang kommenden Gewässer gehören den Gebietender Seine und Loire, die nach Osten fallenden dem der Saöne an.

0 Bo. Cd. E. 195 No. 7962. 2 ) Bo. 327. LdE. B. 35. 8 ) Ja. IIIGO. _ 4) Bo. 327. 8 ) T. 84. 6 ) Mar. 197. - 7 ) Dor. 305.