Buch 
Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
Entstehung
Seite
152
JPEG-Download
 

152

Die Höhen sind Kalkgebilde, besonders Oolith, eine undurchdring-liche Erdart von grosser Trockenheit, ohne Wasser und Wiesen;in der grossen Ebene zwischen der Saöne und den ersten Aus-läufern des Cöte dOr-Gebirges, östlich der Eisenbahn Paris-Lyon,herrschen mit den Tertiärgesteiiien die Alluvialablagerungen vor,welche aus diesem Lande eins der fruchtbarsten in Burgund gemachthaben. 1 ) Die Oolith-Gebirge haben vielfach einen schroffen Charakter.Oft, sagt Herr Carlett, 2 )bekommt ihre felsige Oberfläche, wennsie dem Frost ausgesetzt ist, Bisse und zerfällt in kleine Stücke,welche sich am Pusse der Schicht, welche sie hervorgebracht hat,aufhäufen. Dann zeigt der in ungleichmässiger Weise angegriffeneFels tausend sonderbare Formen: man erblickt pyramidenförmigeNadeln, Grotten mit ganz phantastischen Gebilden; die Felsen scheinenvon der Höhe des Berges, auf der sie oft nur an einem Punktebefestigt sind, herabzuhängen: dieser Art sind die das Ouchethaleinfassenden Berge zwischen Velars und Dijon und namentlich dieSpitze Montagne du Crucifixe, welche die Strasse zwischsn denDörfern Plombieres und la Cude beherrscht. Eine gewisse Anzahlvon Thälern und Bodeneinsenkungen enthält in diesem Berglandekeine beständigen Wasserläufe; bisweilen erzeugen starke, reiueQuellen einen grossen Bach, beinahe einen Fluss, der sich manch-mal erhält, bald auch sich allmählich in den Steingängen des Unter-grundes verliert, schwächer wird und zuweilen sogar ganz zu fliessenaufhört Erscheinungen, die allen oolithischen Gegenden gemein-sam sind. Dies ist u. a. bei dem Suzon-Bach der Fall.

In der Richtung nach dem Saönethal zu besteht das Höhen-land aus zahlreichen Hügelgruppen verschiedenster Gestalt, baldlang und schmal, bald mehr kreisförmig, von einander durch ofttiefe Einschnitte, mit felsigen Rändern und von Giessbächen durch-flossen, getrennt. Die grösstmögliche Maunichfaltigkeit an Boden-gestaltungen findet sich hier vereinigt. Das steinige Bergland istzum Theil mit Wald, anderentheils mit Haidekraut bedeckt undnur schwach bevölkert. Die Dörfer sind unter einander durchVizinalwege verbunden, welche in der Mehrzahl im Nothfalle auchfür Artillerie zu benutzen siud. Die auf Schritt und Tritt in denGehölzen und in der ganzen Bodenbeschaffenheit sich darbietendenDeckungen machen diese Gegend in hervorragender Weise fürUeberfälle geeignet, denn selten bietet sich dem Auge ein weitererGesichtskreis. Der Abfall von der Gipfellinie nach dem Saönethale

1) Jo. 2) Ebd.