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gewandelt sind und über die hinaus sich die neueren Vorstädteausdehnen. Da die Stadt von Westen her durch das Gebirge voll-ständig beherrscht wird, so ist sie gegen übermächtige, von dortwirkende Artillerie an und für sich nicht vertheidigungsfähig, wohlaber bieten ihre unmittelbaren Umgebungen für den Infanterie-kampf zahlreiche Stützpunkte der Vertheidigung: namentlich derKirchhof nördlich der Strasse nach Val Suzon, der zwischen dieserund der nach Plombieres führenden Strasse gelegene Bahnhof, süd-lich der letzteren die Vorstädte Raines und Ouche, *) im Nord-osten der weite ummauerte Park von Montmusard. Ausserdembildeten rings um die Stadt Fabriken, einzeln liegende Gehöfte,wie La Boudronnee, und Gartenmauern gleichsam eine Umfassungaus vorgeschobenen, leicht zu vertheidigenden Werken. 2 )
Dieser unmittelbaren Umgebung lagert sich im Westen dasGebirge theils mit stark abfallenden Felswänden theils in vereinzeltaus dem Höhenlande keck emportauchenden Bergkuppen ziemlichnahe vor. Von Norden dagegen senken sich aus einer Entfernungvon etwa 6 km die Abhänge des Berglandes in südöstlicher Rich-tung wellenförmig in breiten, ziemlich sanft abfallenden Höhen-rücken herab, deren Fuss von kleinen Flüsschen, wie die Tille, dieNorges u. a. bespült wird und die sich nach der Saöne zu allmählichimmer mehr abdachen. Wenn auch zum Theil mit Waldstückenbedeckt, hat doch das Gelände im Ganzen einen offenen Charakter.
Wenn wir die die Stadt umgebenden Höhen näher ins Augefassen, so beherrscht im Osten des Suzon-Baches und der Strassenach Langres ein von hier ansteigender breiter, sanft geböschterHöhenrücken, welcher durchschnittlich 260 m hoch sich über St. Apol-linaire im Halbkreis nach Mirande herumzieht, die Stadt aufder Nord- und Ostseite. Dieser Stellung dient der sich in einerAusdehnung von 600 m an der Nordostecke bis zum Faubourg deSt. Nicolas erstreckende Park von Montmusard als Rückhalt. DieHöhe (262 m) von St. Apollinaire, welche nach Norden zu fastunmerklich abfällt, sieht die Strassen nach Langres und nach Grayein, welche letztere sie in zwei Th eile spaltet. Hier fand am30. Oktober 1870 das erste Treffen von Dijon statt, welches zurEinnahme der Stadt durch die badische Division führte. Von dieserSeite erlaubt die Gestaltung des Geländes die Annäherung unterBenutzung der Strassen von Langres, Gray und des Weges nachMirande am leichtesten, und der Besitz von St. Apollinaire über-liefert die Schlüssel der Stadt. Südlich derselben und der beschriebenen
l ) C. P. 12(5. — 2 ) Dor. 54.