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die Ebene des Saönethales tritt. Nach Norden und Süden liegtdie Stadt sehr offen, da sich nach beiden Richtungen Niederungenausdehnen, die östlich von einer zwischen Suzon und Norges ge-lagerten Höhengruppe und westlich von den Höhen von Talant undBel Air, den Endpunkten des Gebirgsthals der Ouche, eingeschlossenwerden. Nördlich von Talant sattelt sich in dem Ouche und Suzontrennenden Gebirgsstock eine ziemlich tiefe Senkung ein, in welcherdie Strasse von Paris über Chätillon herabkommt; das Geländesteigt dann wieder gegen Fontaine und Ahuy zu. Im Südwestender Stadt erhebt sich, 9 km entfernt, der Mont Afrique zu einerHöhe von 614 m und beherrscht alle nach Dijon und dem Ouche-thal abfallenden Hänge. Die Vertheidigung der Stadt liegt in derHauptsache im Westen und Osten auf den dortigen Höhen, vonwo aus die Zugänge im Norden und Süden durch seitliche Ein-wirkung geschützt werden müssen. 1 )
„Die Stadt ist,“ so schreibt Dormoy 2 ), „einer der Haltepunkte(etape) der uralten Strasse, welche vom Atlantischen zum Mittel-ländischen Meere, von Havre nach Marseille, die reichsten Städteunseres Landes berührt. Zu Ende der sechsziger Jahre begannDijon erst den Mauergürtel, welcher ihre Gestalt, wie bei allenalten Städten, einschnürte, zu lösen. Von der Höhe von St. Apolli-naire gesehen, bildeten ihre an einander gedrängten Häuser nocheine geschlossene Masse, aus der sehr hoch, mit zahlreichen ma-lerischen Spitzen die Thürme hervorragten. Im Grunde eines vonsanften Abhängen gebildeten Amphitheaters sah die Stadt aus, als obsie auf einem Teppich von Weingärten ruhte. Ursprünglich römischesStandlager, dann bevorzugter Aufenthalt der Herzöge von Burgund,war sie langsam am Zusammenflüsse der Ouche und des Suzon aufjenem reichen Anschwemmungshoden herangewachsen, welchen dieOuche den Abhängen des Cöte d’Or-Gebirges, der Suzon denSchluchten der Hochfläche von Langres raubt. Sie zählte damals46 000 Einwohner. Ihre mittelalterlichen Mauern, von denen ihrnoch schöne Reste geblieben, waren nicht gegen die Kanonenunserer Zeit gebaut worden. Ebensowenig konnte der Suzon, dessenklare Wasser vor seinem Eintritt in die Stadt von einer Wasser-leitung aufgesogen wurden und dessen, von zahlreichen Brückenüberschrittenes Bett fast trocken lag, für eine ernsthafte Ver-theidigungslinie gelten,“ wenngleich er in tief eingeschnittenemGraben die östliche äussere Seite der Promenaden und Parkanlagenumgiebt, in welche die Wallgänge der ehemaligen Befestigung um-
0 Brunecliasse in Spectateur mil. 1873, Bjl. 30, S. 173. — s ) Dor. 53.