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mitgetheilt. Es handelte sich darnach um Anlage von Werken'für die Vertheidigung der Stadt durch eine Division oder einArmeekorps nebst Artillerie. In diesem Sinne sollten geeignetePunkte im Westen und Nordwesten in einer Entfernung von1 bis 3 km schon vor einem Angriffe zur Deckung der Ver-theidigungstruppen mit Werken, Batterien oder Schützengräbenversehen werden, deren Ausführung mit Hilfe der bezüglichenbürgerlichen Beamten unmittelbar in die Hand zu nehmen war;spätestens am dritten Tage war mit Abstecken der Werke und mitder Arbeit unter Heranziehung der Truppen zu beginnen. 1 ) MitAusarbeitung des Entwurfs und Leitung der Ausführung wurdeCommandant Chenot durch kriegsministeriellen Erlass seitens desGenerals Veronique, Chef der Ingenieur-Abtheilung, beauftragt. 2 )
Bei Ankunft dieser Anweisung war die Arbeit bereits imvollen Gange. Commandant Chenot hatte dazu einen Zug einervon ihm früher in der Festung Auxonne aufgestellten Hilfs-Genie-Kompagnie kommen lassen und Pellissier hatte ihm die ihremHandwerke nach geeigneten Mobilisirten zur "Verfügung gestellt,aus welchen Ersterer eine, den Mobilisirten der Saöne-et-Loirekünftig beigegebene Hilfs-Genie-Kompagnie bildete.
Nach Colonel Coynart 3 ) schlossen sich, wie leicht erklärlichtdie vor Eingang der kriegsministeriellen Anweisung in den letztenDezembertagen begonnenen Arbeiten an die im Oktober ausgeführtenBefestigungen an und es wurde an den Punkten, wo am 30. Oktoberder Kampf am ernstlichsten getobt hatte, Verschanzungen anzulegenbegonnen, deren Werth für die Vertheidigung der Stadt Coynarnicht besonders hoch anschlägt. In der Zeit vom 1. bis 12. Januarwurden dann folgende Arbeiten vorgenommen. *)
Zwischen der Strasse nach Langres und der Hochfläche vonMontmusard waren drei Forts begonnen, eine erhöhte Geschütz-bettung (plate-forme) mit Schulterwehren nahe dem Schlagbaumgegenüber von Pouilly, sowie ein Schützengraben nahe der FermeSt. Martin bis zur Strasse von Langres. Auch auf der Höhe vonTalant hatte man Arbeiten angefangen, welche in Folge der Un-kenntniss des leitenden bürgerlichen Ingenieurs von geringemWerthe waren. Da man hier sehr bald auf den gewachsenen Felsenoder wenigstens auf äusserst steinigen, wenig Erdreich enthaltendenBoden grstossen war, so hatte er sich nicht anders zu helfengewusst, als tief hineinzugehen und Deckungen aus kleinen, 50 cm
!) Pel. 7G. — 2 ) Per. II G74 No. 7789. - 3 ) C. 59. - 4 ) Nach Mi. 159 ff.
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