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Suzon abzusuchen und im Orte selbst dem Bataillon sich wiederanzuschliessen. Mit Aufklärung der nördlich der Strasse gelegenenWaldung wurde 3./61 beauftragt. So schnell die Vorhuts-Kom-pagnie auch vorging, vermochte sie doch den im Walde vor ihrweichenden Feind, dem sie Verluste beibrachte, nicht zum Stehenzu bringen. Vielmehr sah man beim Hinabsteigen in das Thal ihnsammt einer Wagenreihe auf dem jenseitigen Thalrande schon dieStrasse emporklimmen. Die 4. Kompagnie, welche im Waldeetwa 15 Gefangene gemacht hatte, stiess in Val Suzon wiederzum Bataillon, während die 3. die Aufklärung des linken Thal-randes nördlich der Strasse fortsetzte. Nicht ohne Beklemmunghatte man den grossartigen Engpass betreten und nicht ohneBesorgniss fühlte man sich im Grunde des Kessels. Wie leichtwäre es dem Feinde gewesen, mit geringen Kräften den Vormarschzu verhindern oder ihn wenigstens nur unter den empfindlichstenVerlusten an Menschen und Zeit vor sich gehen zu lassen! Aberunangefochten erreichte das Bataillon auch die Höhe des rechtenThalrandes. Denn „weder war Garibaldi ein Leonidas noch seineSoldaten Spartiaten, noch war Val Suzon bestimmt, ein Ebenbildder Thermopylen zu werden.“') Die Franzosen machten keinerleiVersuch zum Widerstand. Und welche Hoffnungen hatte dieRegierung gerade auf diese Stellung für die Vertheidigung vonDijon gesetzt!
Es war gegen 10 Uhr, l 2 ) als die Vorhut am Waldsaume dessüdlichen Thalrandes eintraf. Nun erst zog Oberst-LieutenantWeyrach seine Batterie, die beiden Kompagnien No. 21 und seineNachhut durch den Pass heran. Die Vorhut sah beim Betretender vor dem Walde liegenden Höhe vor sich die 1 km nordwestlichDarois befindliche Signalhöhe (549 m) und ihren Abhang bis zurStrasse hin von feindlichen Schützenschwärmen besetzt, hinterdenen sich stärkere geschlossene Massen zeigten. 3 ) Man schätzteihre Stärke auf etwa 400 Mann. 4 ) Es waren Theile des IV. undV. Bataillons Mobilgarden von Aveyron uuter Commandant Angles. 5 )Ihr Feuer zwang den Angreifer wiederum zur Entwickelung.Die 1. Kompagnie löste 2 Züge (Lieutenants Biedel undClaassen) östlich der Strasse gegen die Front der Stellungauf, während Major Priebsch die 2. und 4. Kompagnie hintereine leicht gewellte, südwestlich der Strasse gelegene Höhe (527 m)
l ) Mi. 163. — 2 ) Bericht Weyrachs. — 3 ) Ebd. und Ber. I./61 in Kr.
A. K. II 10. — 4 ) Ebenso in dem Aufsatz: „La mort de Bosak“ in der
Revue du Cercle militaire vom 17. Januar 1892. — 6 ) Gr. 834. D. V. 66
spricht vom Regiment Aveyron.
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