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(lenden Palten seines Mantels noch mehr gefährdet wurde. Wie-war es möglich, dass er an diesem Tage nicht von Schüssen durch-bohrt wurde? Ich kann es mir nicht erklären. Diese heroischeThat riss die Zögerndsten mit fort.“ ‘)
Als Hauptmann Baudach in der Dorfstrasse Lieutenant NeitzkesMeldung von dieser Umgehung seiner rechten Seite empfing, er-kannte er sofort, dass es vor allem darauf ankam, den Anschlussan die im östlichen Tlieil des Dorfes vermuthete 11, Kompagniewieder zu gewinnen. Er gedachte dies durch weiteres Vordringenin der Dorfstrasse und durch Einnahme der zur Linken liegendenGehöfte zu erreichen. Doch kaum hatte er diese Bewegung an-getreten, als er auf die von der Kirche her im Vordringen begriffenenHauptkräfte Ricciottis stiess, die ihn die Dorfstrasse entlang, ausden vorliegenden Häusern und Mauern mit einem furchtbaren Feuerempfingen. Gleichzeitig machte sich das Vordringen der Kom-pagnien Michards gegen seine rechte Seite fühlbar; ihr Vorgehenermuthigte auch den französischen Zug, welcher sich beim Angriffder 9. Kompagnie, wie oben erwähnt, in ein, auf dem äusserstenwestlichen Ende des Dorfs liegendes einzelnes Haus zurückgezogenhatte; er brach wieder vor und griff die noch im westlichen Dorf-theile befindlichen Gruppen des 1. Halbzuges des 1. Zuges sokräftig an, dass sie, etwa 18 bis 20 Mann stark, nur mittelst Durch-kletterns von Fenstern und über Mauern hinweg den Anschluss andie Kompagnie gewinnen konnten. Hauptmann Baudach schlugnun eine, in nordöstlicher Richtung von der Elauptstrasse abgehendeSeitengasse ein und gelangte ins Freie, wo er die Verbindung mitdem dort liegenden 2. Zuge aufnahm und auf desseii linkem Flügelsich gedeckt aufstellte. Weiter links fand er auch mit der 11. Kom-pagnie Anschluss, da der Halbzug des Portepee-Fähnrichs Lisackin Folge der Umgehungsbewegung des Feindes ebenfalls das Dorfwieder geräumt und hinter den im Norden liegenden äusserenMauern Stellung genommen hatte.
Mittlerweile war der Bataillons-Adjutant, Lieutenant Hesse,,in den Nordeingang des Dorfs hineingesprengt, kurz nachdem Haupt-mann Baudach nach links abgezogen war. Die Dorfstrasse hinunter-
Dormoy (D. V. 83) sagt, dass Michard auf einen preussischen Zuggestossen wäre, welcher gerade aus dem Kirchhof (?) zur Umgehungdes französischen rechten (doch wohl linken ? A. d. V.) Flügels vor-gegangen, von den Alpenjägern mit sechs Salven empfangen und Haufenvon Todten um den Kirchhof liegen gelassen hätte. Dragoner, die zu ihmzu stossen suchten, wären fast ihrer sämmtlichen Pferde beraubt worden.(Etwa Contas an Baudach entsandte Meldereiter? A. d. V.) PreussischeBerichte erwähnen hiervon nichts.